Primä­res Offen­win­kel­glau­kom unter antig­lau­kom­a­tö­ser Maximaltherapie

Ripasudil erweist sich als geeignete Ergänzungsoption

13. Juni 2022

AHMEDABAD (Bier­mann) – Ripasudil-Hydrochloridhydrat‑0,4% stellt den 1. Rho-asso­zi­ier­ten Prote­in­ki­na­se (ROCK)-Inhibitor dar, der den Augen­in­nen­druck (IOD) über eine Erhö­hung des Kammer­was­ser­ab­flus­ses über das Trabe­kel­ma­schen­werk und den Schlemm´schen Kanal senkt. Wie die Verfas­ser einer aktu­el­len Arbeit nun schrei­ben, führt Ripa­su­dil bei Glau­kom­pa­ti­en­ten, bei denen der IOD unter maxi­ma­ler Thera­pie mit topi­schen Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) nicht ausrei­chend vermin­dert wird, zu einer stär­ke­ren addi­ti­ven IOD-Reduk­ti­on bei gleich­zei­tig güns­ti­gem Risikoprofil.

In ihre prospek­ti­ve Inter­ven­ti­ons­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 27 Pati­en­ten (46 Augen; 18 Männer, 9 Frauen) mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom ein, die sich im Zeit­raum Januar 2021 bis Juni 2021 vorstell­ten. Bei allen Pati­en­ten wurde Ripa­su­dil 2‑mal täglich als Adju­vans zur laufen­den Thera­pie mit topisch einge­setz­ten AGM hinzu­ge­fügt. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Sehschär­fe, die vorde­ren und hinte­ren Augen­ab­schnit­te sowie den IOD mittels Applana­ti­ons­to­no­me­trie nach 7 und 15 Tagen sowie nach 1, 2 und 3 Mona­ten. Zusätz­lich verglich die Gruppe mithil­fe des gepaar­ten T‑Tests den IOD vor und nach der Anwen­dung von Ripasudil.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der IOD zu allen Kontroll­un­ter­su­chun­gen signi­fi­kant abnahm (p<0,00001). Die maxi­ma­le IOD-Reduk­ti­on trat im Rahmen der 3‑Mo­nats-Kontrol­le auf (rech­tes Auge/linkes Auge im Mittel von 16,7 bzw.18,2 mmHg auf 11,3 bzw.12,2 mmHg). Alle Pati­en­ten erreich­ten bei der Abschluss­kon­trol­le den vorde­fi­nier­ten indi­vi­du­el­len Ziel-IOD.

Die Glau­kom­spe­zia­lis­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass kein Pati­ent schwer­wie­gen­de Neben­wir­kun­gen entwi­ckel­te. Als häufigs­te Neben­wir­kung trat bei 22 Pati­en­ten (81%) eine leich­te, tran­si­en­te, konjunk­ti­va­le Hyper­ämie auf.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die ergän­zen­de Thera­pie mit Ripa­su­dil den IOD addi­tiv senkt, da sich der Wirk­me­cha­nis­mus von dem der gängi­gen AGM unter­schei­det. Eine chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on könnte somit verzö­gert oder vermie­den werden.

(tt)

Autoren: Jethva J et al.
Korrespondenz: Jignesh Jethva; jigneshjethva32@gmail.com
Studie: Safety, efficacy, and patient selection of ripasudil in patients with uncontrolled glaucoma with maximum conventional medical therapy
Quelle: Indian J Ophthalmol 2022; Jun;70(6):2020-2023.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_3145_21

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