Primä­res Offen­win­kel­glau­kom und neues Mikroshunt-Drainagesystem

Gute Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnisse sind über Jahre gegeben

24. Januar 2022

TOKIO (Bier­mann) – Bei dem neuen Preser­flo-Mikro­sh­unt handelt es sich um ein Kammer­was­ser­drai­na­ge­sys­tem aus einem biokom­pa­ti­blen, ther­mo­plas­ti­schen Elas­to­mer ([poly]styrene-block-isobutylene-block-styrene; SIBS) mit Flügeln (zur Vermei­dung einer Lecka­ge und zur sklera­len Fixie­rung). Er wird ab exter­no implan­tiert und leitet das Kammer­was­ser subkonjunktival/subtenonal ab. Aus einer aktu­el­len Studie geht nun hervor, dass die Mikro­sh­unt-Implan­ta­ti­on auf lange Sicht eine geeig­ne­te Thera­pie­op­ti­on bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) darstellt.

In ihre mono­zen­tri­sche, nicht­ran­do­mi­sier­te Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 7 Pati­en­ten (8 Augen) mit POWG ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die chir­ur­gi­schen Kompli­ka­tio­nen und nach­fol­gen­den Inter­ven­tio­nen. Zusätz­lich vergli­chen die Studi­en­au­toren die prä- und post­ope­ra­ti­ven Augen­in­nen­druck­wer­te (IOD), die Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM), die Sehschär­fe (VA), die mitt­le­re Abwei­chung (MD) im Gesichts­feld sowie die Endo­thel­zell­dich­te der Kornea (CECD).

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 68,9 Monate (Bereich 48–76 Monate).

Der präope­ra­ti­ve IOD lag bei 17,9 ± 3,5 mmHg und die Anzahl einge­setz­ter AGM bei 3,5 ± 0,5.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der post­ope­ra­ti­ve IOD signi­fi­kant gerin­ger als präope­ra­tiv ausfiel. Nach 1 Jahr betrug der IOD 13,8 ± 2,9 (mit 1,6 ± 1,4 AGM), nach 2 Jahren 12,8 ± 2,3 (mit 1,6 ± 1,6 AGM), nach 3 Jahren 12,1 ± 3,2 (mit 1,5 ± 1,4 AGM), nach 4 Jahren 12,6 ± 2,5 (mit 1,5 ± 1,4 AGM), nach 5 Jahren 12,3 ± 1,0 (mit 1,9 ±1,3 AGM) sowie nach 6 Jahren 13,5 ± 3,1 mmHg (mit 2,0 ± 1,1 AGM).

Ebenso beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass sich der präope­ra­ti­ve Anstieg der MD von ‑1,6 ± 1,2 dB/Jahr signi­fi­kant auf ‑0,3 ± 0,2 dB/Jahr (p=0,023) post­ope­ra­tiv verbes­ser­te. Die präope­ra­ti­ve CECD sank von 2595 ± 292 auf 2478,4 ± 255.

Als post­ope­ra­ti­ve Kompli­ka­tio­nen trat in 1 Fall ein tran­si­en­tes Hyphä­ma auf und bei 5 Pati­en­ten war ≥1 Need­ling erfor­der­lich. In keinem Fall kam es zu einer signi­fi­kan­ten Verän­de­rung der VA.

(tt)

Autoren: Ahmed T et al.
Korrespondenz: Makoto Aihara; macaihara1126@gmail.com
Studie: Long-term results of the safety and effectiveness of a novel microshunt in Japanese patients with primary open-angle glaucoma
Quelle: Jpn J Ophthalmol 2022; Jan;66(1):33-40.
Web: dx.doi.org/10.1007/s10384-021-00893-x

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