Primä­res Offen­win­kel­glau­kom und neuer EP2-Rezeptor-Agonist

Studie präsentiert nahezu identische Wirkung wie bei Prostaglandin-Analoga

10. August 2022

TOKIO (Bier­mann) – Omidene­pag-Isopro­pyl (OMDI) 0,002% bezeich­net einen selek­ti­ven prost­a­no­iden EP2-Rezep­tor-Agonis­ten. Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass OMDI als neue Augeninnendruck(IOD)-senkende Thera­pie­op­ti­on bei Pati­en­ten mit einem primä­ren Offen­win­kel­glau­kom (POWG) sowohl als Erst­li­ni­en-Mono- als auch als Switch- oder Begleit­prä­pa­rat einsetz­bar ist. Die Wirkung entspricht in etwa derje­ni­gen von Prostaglandin‑F(FP)-Rezeptor-Agonisten. Zudem wird das Sicher­heits­pro­fil als güns­tig bewertet.

In ihre retro­spek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 69 Augen von japa­ni­schen Pati­en­ten mit POWG ein, und teil­ten die Kohor­te in 3 Grup­pen auf. Gruppe 1 bilde­ten 32 thera­pi­e­nai­ve Augen, Gruppe 2 umfass­te 20 Augen, die mit einem FP-Rezep­tor-Agonis­ten als Mono­the­ra­pie behan­delt wurden und Gruppe 3 bestand aus 17 Augen, die mit mehre­ren Wirk­stof­fen kombi­niert, einschließ­lich eines FP-Rezep­tor-Agonis­ten thera­piert wurden. Im Rahmen der Studie wurde OMDI in Gruppe 1 als Mono­the­ra­pie neu ordi­niert, in Gruppe 2 als Switch-Substanz anstel­le des FP-Rezep­tor-Agonis­ten appli­ziert und in Gruppe 3 im Austausch anstatt des FP-Rezep­tor-Agonis­ten neben der bestehen­den Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie verab­reicht. Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te Verän­de­run­gen des IOD sowie das Sicher­heits­pro­fil über einen Zeit­raum von 3 Monaten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der IOD in Gruppe 1 von 15,7 mmHg (95%-KI 14,7–16,8 mmHg) zu Studi­en­be­ginn auf 14,1 mmHg nach 1 Monat (p<0,001) sowie auf 13,7 mmHg nach 3 Mona­ten (p<0,001) sank. Demge­gen­über stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass Gruppe 2 und 3 keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de des IOD im gesam­ten Studi­en­zeit­raum verzeich­ne­ten (p≥0,71). Bei 6 der 69 Augen (8,7%) traten uner­wünsch­te Ereig­nis­se im Sinne von konjunk­ti­va­ler Hyper­ämie, Kopf­schmer­zen, okulä­ren Schmer­zen sowie geschwol­le­nen Augen­li­dern auf.

(tt)

Autoren: Ueda K et al.
Korrespondenz: Rei Sakata; reisakata-tky@umin.ac.jp
Studie: Newly or switching effect of a selective EP2 agonist on intraocular pressure in Japanese patients with open-angle glaucoma
Quelle: Jpn J Ophthalmol 2022; Jul 30 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10384-022-00934-z

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