Primä­res Offenwinkelglaukom

Studie zeigt Assoziation mit Tinnitus auf

12. April 2022

TAIPEH (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) ein erhöh­tes Risiko für einen Tinni­tus besteht. Laut den Autoren wird der Tinni­tus auch als das „audi­tive Glau­kom“ bezeich­net, und entsteht unter ande­rem mögli­cher­wei­se, ebenso wie das POWG, durch eine vasku­lä­re Dysregulation.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten im Rahmen ihrer landes­wei­ten bevöl­ke­rungs­ba­sier­ten Fall­kon­troll­stu­die Daten aus der Forschungs-Daten­bank der natio­na­len Gesund­heits­ver­sor­gung in Taiwan (NHIRD) zu 542.682 Pati­en­ten mit der Erst­dia­gno­se eines Tinni­tus (Fall­grup­pe). Zusätz­lich sammel­ten sie Daten aus der Daten­bank der NHI zu 1.628.046 – mittels der Propen­si­ty-Score-Metho­de – ange­pass­ten Kontroll­per­so­nen, bei denen keine Tinni­tus-Diagno­se doku­men­tiert war.

Die Arbeits­grup­pe führte multi­ple logis­ti­sche Regres­si­ons­ana­ly­sen durch, um die Wahr­schein­lich­keit für ein bereits bestehen­des POWG bei den Tinni­tus-Pati­en­ten im Vergleich zu den Kontroll­per­so­nen abzuschätzen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass von den insge­samt 2.170.728 Studi­en­teil­neh­mern bei 85.257 (3,93%) vor dem Index­datum der Tinni­tus-Diagno­se bereits ein POWG bestand, darun­ter 25.496 (4,70%) Fälle in der Tinni­tus­grup­pe sowie 59.761 (3,67%) Perso­nen in der Kontroll­grup­pe (p<0,001).

Die Exper­ten konsta­tier­ten mithil­fe der multi­plen logis­ti­schen Regres­si­ons­ana­ly­se und nach Adjus­tie­rung von Alter, Geschlecht, monat­li­chem Einkom­men, geogra­fi­scher Lage des Wohn­or­tes, Verstäd­te­rungs­grad des Wohn­orts, Hyper­li­pi­dä­mie, Diabe­tes melli­tus, Adipo­si­tas, Anämie, rheu­ma­to­ider Arthri­tis, Alko­hol­ab­usus, Niko­tin­ab­hän­gig­keit, Angst­stö­run­gen, Depres­sio­nen sowie Blut­hoch­druck, dass ein signi­fi­kan­ter Zusam­men­hang zwischen einem voran­ge­gan­ge­nen POWG und einer Tinni­tus­er­kran­kung bestand (adjus­tier­te OR 1,298; 95%-KI 1,278–1,318).

Die Autoren resü­mie­ren, dass Perso­nen mit Tinni­tus mit einer in etwa 30% höhe­ren Wahr­schein­lich­keit an einem vorbe­stehen­den POAG leiden als Perso­nen ohne Tinni­tus. Die Forschen­den beto­nen, dass sich Ophthal­mo­lo­gen dieser Asso­zia­ti­on bewusst sein soll­ten. Weite­re Studi­en sind erfor­der­lich, um die zugrun­de liegen­den Mecha­nis­men zu verstehen.

(tt)

Autoren: Kuang TM et al.
Korrespondenz: Herng-Ching Lin; henry11111@tmu.edu.tw
Studie: Association of Primary Open-angle Glaucoma With Tinnitus: A Nationwide Population-Based Study
Quelle: J Glaucoma 2022; Apr 1;31(4):224-227.
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002001

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