Primä­res Offenwinkelglaukom

Strukturelle Veränderungen der Lamina cribrosa eignen sich als Biomarker

13. Januar 2022

TANTA (Bier­mann) – Es besteht eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen struk­tu­rel­len Verän­de­run­gen des Sehner­ven­kop­fes (ONH), insbe­son­de­re der Lamina cribro­sa (LC) sowie des präla­mi­nä­ren Gewe­bes (PLNT) und den funk­tio­nel­len Verän­de­run­gen im Gesichts­feld (VF) von Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POAG).

Mithil­fe der OCT mit verbes­ser­ter Tiefen­bild­ge­bung (Enhan­ced-Depth-Imaging-OCT [EDI-OCT]) ist es möglich, diese Struk­tur­pa­ra­me­ter darzu­stel­len, die als Biomar­ker für die routi­ne­mä­ßi­ge Über­wa­chung bei POAG als geeig­net erschei­nen. Zu diesem Schluss sind die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung gekommen.

In ihre prospek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum April 2020 bis März 2021 insge­samt 28 Pati­en­ten (52 Augen) mit POAG sowie 20 alters­an­ge­pass­te Kontroll­per­so­nen (40 Augen) ein.

Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten – gemäß der modi­fi­zier­ten Hodapp-Ander­son-Parrish-Einstu­fungs­ska­la, basie­rend auf der mitt­le­ren Abwei­chung (MD) im VF der stan­dard­mä­ßi­gen, auto­ma­ti­sier­ten Peri­me­trie (SAP) – in 2 Grup­pen ein: Eine Gruppe bilde­ten 16 Pati­en­ten mit leich­tem bis mittel­schwe­rem POAG (MD ≤-12dB), die andere Gruppe bestand aus 12 Pati­en­ten mit schwe­rem POAG (MD ≥ ‑12dB). Eine 3. Gruppe umfass­te die 20 Kontrollpersonen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass es keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied zwischen den 3 Grup­pen in Bezug auf die Dicke und Fläche der LC gab (Bereich zwischen vorde­rem und hinte­rem Rand des stark reflek­tie­ren­den OCT-Bereichs; p=0,395) und dass keine Korre­la­ti­on zwischen der MD und der Dicke und Fläche der LC bestand (p=0,644).

Demge­gen­über stell­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten fest, dass sich eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen der MD und der Ober­flä­chen­tie­fe der vorde­ren LC (Abstand zwischen Bruch-Membran­öff­nung und vorde­rer LC-Ober­flä­che; [ALCSD]; p=0,002) zeigte.

Darüber hinaus beob­ach­te­ten sie eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen der MD und der PLNT-Dicke (p=0,023) und ‑Fläche (Bereich zwischen vorde­rer PLNT-Ober­flä­che und vorde­rer LC-Ober­flä­che; p<0,001).

(tt)

Autoren: El Basty A et al.
Korrespondenz: Raouf Gaber; raouf.a.gaber@gmail.com
Studie: Correlation Between Changes in Lamina Cribrosa Structure and Visual Field in Primary Open-Angle Glaucoma
Quelle: Clin Ophthalmol 2021; Dec 17;15:4715-4722.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S343019

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