Primä­res Offenwinkelglaukom

Polygener Risiko-Test kann Früherkennung beschleunigen

15. Dezember 2021

BEDFORD PARK – Poly­ge­ne-Risiko-Scores (PRS) haben sich bei der Einschät­zung des indi­vi­du­el­len Risi­kos und der Progno­se bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) als viel­ver­spre­chend erwie­sen. Die Einfüh­rung von PRS-Tests scheint eine geeig­ne­te Metho­de zu sein, die Rate an irrever­si­blem Sehver­lust durch eine früh­zei­ti­ge Diagno­se und Thera­pie zu verrin­gern. Das schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Studie.

Das Ziel der Studie bestand darin, mehr über die Einstel­lung der Pati­en­ten zu diesem Test zu erfahren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 1169 von 2368 Pati­en­ten mit POWG, die in der Austra­li­schen und Neusee­län­di­schen Daten­bank für fort­ge­schrit­te­nes Glau­kom (ANZRAG) regis­triert waren und an der Umfra­ge teil­neh­men woll­ten (Rück­lauf­quo­te 49%), in die Frage­bo­gen-basier­te Quer­schnitts­stu­die auf.

In dem Frage­bo­gen mach­ten die Teil­neh­mer Anga­ben zu ihrer Sicht­wei­se zum PRS-Test im Zusam­men­hang mit dem Glau­kom. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te sozio­de­mo­gra­fi­sche Merk­ma­le, ophthal­mo­lo­gi­sche Befun­de sowie psycho­lo­gi­sche Fakto­ren, um eine Asso­zia­ti­on mit dem Inter­es­se an dem Test herzu­stel­len. Die Gruppe bewer­te­te des Weite­ren die Wahr­schein­lich­keit zur Teil­nah­me am Test aufgrund des Wunsches, das persön­li­che Progres­si­ons­ri­si­ko prognos­ti­ziert zu bekom­men, und ob der Pati­ent den Test Fami­li­en­mit­glie­dern oder Bekann­ten empfeh­len würde.

Die Forscher ermit­tel­ten ein star­kes Inter­es­se an dem Test. 69,4% der Pati­en­ten (798 von 1150 Pati­en­ten) gaben an, sich bereits vor der Diagno­se hätten testen lassen, wenn der Test verfüg­bar gewe­sen wäre. Beson­ders inter­es­siert waren Befrag­te aus städ­ti­schen im Vergleich zu länd­li­chen Gebie­ten (OR 1,70; 95%-KI 1,15–2,49; p=0,007), die ihr Risiko für ein Glau­kom als höher einschätz­ten (OR 2,05; 95%-KI 1,28–3,29; p=0,003) sowie dieje­ni­gen, die sich Sorgen mach­ten, ein Glau­kom zu entwi­ckeln (OR 2,07; 95%-KI 1,27–3,37; p=0,004). Pati­en­ten, die an einem Test inter­es­siert waren, würden ihr Verhal­ten bezüg­lich der Gesund­heit ihrer Augen ändern, den Test Fami­li­en­mit­glie­dern und Bekann­ten empfeh­len und sich einem Test zur Progno­se ihrer Erkran­kung unterziehen.

(tt)

Autoren: Jia Y et al.
Korrespondenz: Georgina L Hollitt; holl0333@flinders.edu.au
Studie: Quantitative analysis and clinical application of iris circulation in ischemic retinal disease
Quelle: BMC Ophthalmol 2021; Nov 15;21(1):393.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-021-02165-1

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