Primä­res Offenwinkelglaukom

Morphologische Analyse der peripapillären retinalen Arteriole

29. Januar 2020

MARSEILLE (Bier­mann) – Um die Rolle der vasku­lä­ren Risi­ko­fak­to­ren bei der Patho­ge­ne­se des primä­ren Offen­win­kel­glau­koms (POAG) besser zu verste­hen, ist eine detail­lier­te Analy­se der Dicke der reti­na­len Arte­ri­en­wand erfor­der­lich. Eine fran­zö­si­sche Arbeits­grup­pe um Erst­au­torin Juli­et­te Hugo hat daher eine morpho­lo­gi­sche Analy­se der peri­pa­pil­lä­ren Arte­rio­le beim POAG mithil­fe der adap­ti­ven Optik (AO) durchgeführt.

Die nun im „Jour­nal of Glau­co­ma“ veröf­fent­lich­ten Ergeb­nis­se zeigen, dass bei einem POAG eine Veren­gung des Arte­rio­len-Lumens ohne eine Verän­de­rung der Gefäß­wand­stär­ke beob­ach­tet werden kann. Diese Daten wurden zum ersten Mal mit AO erfasst, so die Studi­en­au­toren. Es sei zu vermu­ten, dass die vasku­lä­ren Risi­ko­fak­to­ren beim POAG nur das Gefäß-Kali­ber redu­zie­ren, ohne eine Athe­ro­skle­ro­se der reti­na­len Arte­ri­en­wand hervorzurufen.

In ihre Studie schlos­sen die Fran­zo­sen ansons­ten gesun­de Proban­den mit der isolier­ten bestä­tig­ten Diagno­se eines bila­te­ra­len POAG ein. Die klini­schen Merk­ma­le der Pati­en­ten wurden notiert. Es wurde eine AO-Bild­ge­bung gefolgt von einer voll­stän­di­gen ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung durch­ge­führt. Anschlie­ßend führte ein Unter­su­cher, der für die klini­schen Daten maskiert war, 5 Messun­gen an verschie­de­nen Orten jedes analy­sier­ten Gefä­ßes durch. Für jeden Ort wurden der Lumen­durch­mes­ser und die Wand­stär­ke gemes­sen. Der Gesamt­durch­mes­ser, das Verhält­nis von Wand zu Lumen und die gesam­te Quer­schnitts­flä­che wurden berechnet.

Der Lumen- sowie der Gesamt­durch­mes­ser waren in der Glau­kom­grup­pe (n=31) signi­fi­kant nied­ri­ger als in der Kontroll­grup­pe (n=29): Median (Inter­quar­til­be­reich) 88,3 (82,6–99,2) versus 102,3 (87–113,1) (p=0,03) und 121,1 (109,3–130,5) versus 134,4 (112,7–144,4) (p=0,015). Die Wand­stär­ke, das Verhält­nis von Wand zu Lumen und die gesam­te Quer­schnitts­flä­che unter­schie­den sich nicht signi­fi­kant. Abge­se­hen von einem signi­fi­kant höhe­ren Wand-Lumen-Verhält­nis bei Proban­den mit einem hohen Chole­ste­rin­spie­gel, beob­ach­te­ten die Autoren keine Korre­la­ti­on zwischen den klini­schen Merk­ma­len des Pati­en­ten und einem der Parameter.

(isch)

Autoren: Hugo J et al.
Korrespondenz: Juliette Hugo;  juliette.hugo@orange.fr
Studie: Morphologic Analysis of Peripapillary Retinal Arteriole Using Adaptive Optics in Primary Open-angle Glaucoma
Quelle: J Glaucoma 2020 Jan 21
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001452

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