Primä­res Offenwinkelglaukom

Mitralklappenprolaps stellt Risikofaktor dar

15. März 2022

STETTIN (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Studie zufol­ge könnte ein Prolaps der Mitral­klap­pe (MVP) als neuer Risi­ko­fak­tor für ein primä­res Offen­win­kel­glau­kom (POAG) rele­vant sein, weil Ähnlich­kei­ten bei den histopa­tho­lo­gi­schen Verän­de­run­gen der trabe­ku­lä­ren und valvu­lä­ren extra­zel­lu­lä­ren Matrix bestehen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 12 Pati­en­ten (100% Frauen; Alters­be­reich 20–74 Jahre) mit neu diagnos­ti­zier­tem POAG, bei denen keine ande­ren Komor­bi­di­tä­ten bekannt waren und keine syste­mi­sche oder lokale Medi­ka­ti­on appli­ziert wurde, in ihre prospek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die ein.

Die ophthal­mo­lo­gi­sche Arbeits­grup­pe führte eine voll­stän­di­ge augen­ärzt­li­che Unter­su­chung, einschließ­lich Gesichts­feld­un­ter­su­chun­gen und OCT-Aufnah­men der Makula und des Sehner­ven­kop­fes durch. Zusätz­lich über­prüf­te die kardio­lo­gi­sche Arbeits­grup­pe den 24-Stun­den-Blut­druck und die Herz­fre­quenz sowie mithil­fe der Duplex­so­no­gra­phie den Blut­fluss in den Caro­ti­den zum Ausschluss hämo­dy­na­mi­scher Störun­gen. Zudem beur­teil­te die Gruppe mittels der trans­t­ho­ra­ka­len Echo­kar­dio­gra­phie die Funk­ti­on und Morpho­lo­gie der Herz­klap­pen. Ein MVP wurde defi­niert als eine Mitral­klap­pen­ver­schie­bung von >2 mm über dem Mitral­ring und einer Mitral­klap­pen­se­gel­di­cke von >5 mm.

Die Forscher diagnos­ti­zier­ten bei 7 der 12 Pati­en­ten (58,3%) einen MVP und in 11 Fällen (91,7%) eine Mitralklappeninsuffizienz.

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten bei 1 Pati­en­ten ein Normal­druck- und in 4 Fällen ein juve­ni­les Glau­kom fest. Bei 7 Pati­en­ten zeig­ten sich glau­kom­a­tö­se Gesichts­feld­de­fek­te, während in 5 Fällen präpe­ri­me­tri­sche Verän­de­run­gen vorlagen.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Forschen­den in der Kohor­te folgen­de koexis­ten­ten Risi­ko­fak­to­ren für ein POAG: Hyper­li­pi­da­mie (75%), Myopie (58,3%), Migrä­ne (41,7%), Niko­tin­kon­sum (16,7%), posi­ti­ve Fami­li­en­ana­mne­se für Glau­kom (16,7%), Arrhyth­mie (16,7%), Hyper­to­nie (16,7%), Hypo­to­nie (8,3%) sowie Schild­drü­sen­funk­ti­ons­stö­rung (8,3%).

Die Autoren empfeh­len bei Pati­en­ten mit Mitral­klap­pen­pro­laps neben der Echo­kar­dio­gra­phie auch ein Glau­kom-Scree­ning durchzuführen.

(tt)

Autoren: Grudzińska E et al.
Korrespondenz: Monika Modrzejewska; monika_modrzej@op.pl
Studie: Should mitral valve prolapse be considered as one of the risk factors for open angle glaucoma? A preliminary observation
Quelle: Int J Ophthalmol 2022; Feb 18;15(2):346-351.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2022.02.23

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