Primä­res Offenwinkelglaukom

Kanaloplastik mit oder ohne Phako liefert gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

25. Juli 2022

MENLO PARK (Bier­mann) – Eine Kanalo­plas­tik (als mini­mal­in­va­si­ves glau­kom­chir­ur­gi­sches [MIGS]-Verfahren ab inter­no) allei­ne oder in Verbin­dung mit einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on (CE) erwei­sen sich bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) als siche­re, gewe­be­scho­nen­de und effek­ti­ve Inter­ven­tio­nen zur Senkung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) sowie der Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM). Dieses Fazit ziehen die Autoren einer neuen Veröffentlichung.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 130 Pati­en­ten (207 Augen) mit chro­ni­schem POWG und unge­nü­gen­der IOD-Einstel­lung oder Trop­fen­un­ver­träg­lich­keit in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Bei der Kohor­te erfolg­te eine Kanalo­plas­tik mithil­fe des VISCO-360°- oder des OMNI-Visko­chir­ur­gie-Systems im chir­ur­gi­schen Augen­zen­trum Köln. Bei 22 Augen wurde eine reine Kanalo­plas­tik und in 185 Fällen ein kombi­nier­ter Eingriff mit Phako­emul­si­fi­ka­ti­on durchgeführt.

Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Werte des IOD sowie die Anzahl einge­setz­ter AGM zu Studi­en­be­ginn bzw. nach 1 Tag sowie nach 1 Woche, 1 Monat, 3 Mona­ten post­ope­ra­tiv und nach­fol­gend alle 3 Monate bis zur fina­len Kontrol­le nach 36 ±6 Mona­ten. Die Forschen­den stra­ti­fi­zier­ten die Pati­en­ten basie­rend auf dem präope­ra­ti­ven IOD in 2 Grup­pen. Gruppe 1 bilde­ten 131 Augen mit einem IOD >18 mmHg und Gruppe 2 umfass­te 76 Augen mit einem IOD ≤18 mmHg. Der Thera­pie­er­folg wurde in Gruppe 1 als eine Reduk­ti­on des IOD und der Anzahl an AGM und in Gruppe 2 als eine Aufrecht­erhal­tung des IOD auf nied­ri­gem Niveau sowie einer Vermin­de­rung der Anzahl an AGM definiert.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 95 der 130 Pati­en­ten (73%) den defi­nier­ten Thera­pie­er­folg erreich­ten. In Gruppe 1 nahm der mitt­le­re IOD bzw. die Anzahl an AGM von 21,8 auf 15,6 mmHg (p<0,0001) bzw. 2,2±0,9 auf 0,9 ±1,1 (p=0,024) ab. In Gruppe 2 blieb der Erhalt der IOD-Kontrol­le bestehen und es kam zu einer Vermin­de­rung des IOD bzw. der Anzahl an AGM von 15,4 auf 13,9 mmHg (p=0,24) bzw. von 1,8±0,8 auf 0,7 ±1,0 (p=0,003).

(tt)

Autoren: Ondrejka S et al.
Korrespondenz: Kavita Dhamdhere; kdhamdhere@sightsciences.com
Studie: Long Term Effect of Canaloplasty on IOP and use of IOP-Lowering Medications in Patients with Open Angle Glaucoma: Canaloplasty and IOP/Medications in Open Angle Glaucoma
Quelle: J Cataract Refract Surg. 2022 Jul 1 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/j.jcrs.0000000000001000

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.