Primä­res Offen­win­kel­glau­kom

Erhöhte kapillare Durchblutung des Sehnervenkopfs im frühen Stadium

29. Juli 2019

PORTLAND (Bier­mann) – Es ist bekannt, dass der Blut­fluss im Sehner­ven­kopf (SNK) bei Augen mit fort­ge­schrit­te­nem Glau­kom verrin­gert ist. Tier­ex­pe­ri­men­tel­le Ergeb­nis­se legen jedoch eine anfäng­li­che Erhö­hung des SNK-Blut­flus­ses in den frühes­ten Stadi­en der Schä­di­gung nahe. Eine US-ameri­ka­ni­sche Studie hat den Blut­fluss und die pulsa­ti­le Hämo­dy­na­mik über eine Reihe von Schwe­re­gra­den hinweg unter­sucht, um die Hypo­the­se für das mensch­li­che Glau­kom zu über­prü­fen.

Dabei fand die Arbeits­grup­pe heraus, dass der Blut­fluss in den SNK-Kapil­la­ren bei Augen mit Glau­kom­ver­dacht höher war als bei gesun­den Kontrol­len. Bei Augen mit Funk­ti­ons­ver­lust war die Erhö­hung gerin­ger. Die Mecha­nis­men, die diese Ände­run­gen verur­sa­chen, wie auch ihre Bezie­hung zu gleich­zei­ti­gen Ände­run­gen der pulsa­ti­len Hämo­dy­na­mik, bedür­fen jedoch der weite­re­ren Erfor­schung, so das Resü­mee der Wissen­schaft­ler.

In der Unter­su­chung wurde mit der Laser-Speck­le-Flow­gra­phy die durch­schnitt­li­che mitt­le­re Mean Blur Rate (MBR) inner­halb des SNK-Gewe­bes (ein Korre­lat des kapil­la­ren Blut­flus­ses) und die pulsa­ti­le Wellen­form in 93 Augen mit Funk­ti­ons­ver­lust und 74 Augen mit Glau­kom­ver­dacht ohne Funk­ti­ons­ver­lust gemes­sen. Als Kontrol­le dien­ten 92 gesun­de Augen. Die mit der Soft­ware des Instru­ments erstell­ten Para­me­ter wurden alters­kor­ri­giert und dann mit verall­ge­mei­ner­ten Schät­zungs­glei­chun­gen zwischen den Grup­pen vergli­chen.

Der durch­schnitt­li­che mitt­le­re MBR in den Kontrollau­gen betrug 12,5 Einhei­ten. Bei Glau­kom­ver­däch­ti­gen lag der Mittel­wert bei 16,4 Einhei­ten. Dies war signi­fi­kant höher als bei den Kontrollau­gen (p<0,0001). Bei Augen mit funk­tio­nel­lem Verlust lag der Mittel­wert bei 13,8 Einhei­ten. Das war immer noch signi­fi­kant höher als bei den Kontrollau­gen (p=0,0096), aber signi­fi­kant nied­ri­ger als bei Augen ohne funk­tio­nel­len Verlust (p<0,0001). Die Analy­se der pulsa­ti­len Wellen­form deute­te darauf hin, dass die Verlang­sa­mung des Flus­ses im Glau­kom verzö­gert war, wenn er sich über den Herz­zy­klus seinem Maxi­mum nähert.

(isch)

Autoren: Gardiner SK et al.
Korrespondenz: Stuart K. Gardiner; sgardiner@deverseye.org
Studie: Increased Optic Nerve Head Capillary Blood Flow in Early Primary Open-Angle Glaucoma
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2019 Jul 1;60(8):3110-3118.
Web: https://doi.org/10.1167/iovs.19-27389

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