Primä­res Offenwinkelglaukom

Einfluss des Alters bei Diagnose systemischer Gefäßveränderungen besteht

30. Juni 2022

DALLAS (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass je früh­zei­ti­ger bei einer Person die Diagno­se eines Typ-2-Diabe­tes (DM2) oder eines Blut­hoch­drucks (HT) gestellt wird, desto früher wird auch ein primä­res Offen­win­kel­glau­kom (POWG) diagnos­ti­ziert, während keine Verbin­dung zu einer Vorge­schich­te mit Migrä­ne oder obstruk­ti­ver Schlaf­apnoe (OSA) vorliegt.

Im Rahmen ihrer Quer­schnitts­stu­die über­prüf­ten die Wissen­schaft­ler medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 389 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 71,39±10,4 Jahre) mit POWG. Zusätz­lich führte die Arbeits­grup­pe tele­fo­ni­sche Pati­en­ten­be­fra­gun­gen zum Zeit­punkt der DM2- und HT-Diagno­se sowie zum Alter an diesen Zeit­punk­ten durch. Mithil­fe von 4 schritt­wei­sen, multi­plen Regres­si­ons­mo­del­len evalu­ier­te die Gruppe zudem die Bezie­hun­gen zwischen dem Alter bei POWG-Diagno­se und allen folgen­den Prädik­tor­va­ria­blen: Alter bei HT-Diagno­se für Pati­en­ten ± DM2 (Gruppe 1; n=253), Alter bei HT-Diagno­se für Pati­en­ten mit DM2 (Gruppe 2; n=80), Alter bei DM2-Diagno­se für Pati­en­ten ± HT (Gruppe 3; n=99) sowie Alter bei DM2-Diagno­se für Pati­en­ten mit HT (Gruppe 4; n=77).

Das mitt­le­re Alter der Pati­en­ten zum Zeit­punkt der POWG‑, HT- sowie DM2-Diagno­se betrug 58,58±14,3 Jahre, 52,95±13,28 Jahre sowie 55,32±11,6 Jahre.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass das Alter bei HT-Diagno­se in Gruppe 1 mit dem Alter bei POWG-Diagno­se asso­zi­iert war (ß=0,14; 95%-KI 0,01–0,26; p=0,04), während in Gruppe 2 keine Asso­zia­ti­on bestand (p>0,05). Des Weite­ren zeig­ten sich in Gruppe 3 sowie in Gruppe 4 signi­fi­kan­te Verbin­dun­gen zwischen dem Alter bei DM2-Diagno­se und dem Alter bei POWG-Diagno­se (ß=0,37; 95%-KI 0,16–0,58; p=0,001 und ß=0,40: 95%-KI 0,00–0,15; p=0,003).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass eine Asso­zia­ti­on zwischen Pati­en­ten asia­ti­scher Ethnie aus Gruppe 3 und einer frühen POWG-Diagno­se bestand (ß=-6,44; 95%-KI ‑12,34 bis 0,54; p=0,033), während weder Migrä­ne noch OSA den früh­zei­ti­gen Beginn eines POWG (p=0,67 und p=0,94) beeinflussten.

Laut den Autoren der Arbeit profi­tie­ren Pati­en­ten mit DM2 oder HT im Früh­sta­di­um von einem zeit­na­hen POWG-Scree­ning, insbe­son­de­re wenn andere Risi­ko­fak­to­ren bestehen.

(tt)

Autoren: Wooliscroft J et al.
Korrespondenz: Karanjit Kooner; karanjit.kooner@utsouthwestern.edu
Studie: Predictors of Early Onset Glaucoma
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jun 10;16:1925-1932.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S360719

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