Primä­res Offenwinkelglaukom

Ab-interno-Viskodilatation stellt geeignete Therapieoption dar

31. Januar 2022

UDINE (Bier­mann) – Bei der Mikro­ka­the­te­ri­sie­rung und zirkum­fe­ren­zi­el­ler Visko­di­la­ta­ti­on des Schlemm´schen Kanals (SC) ab inter­no mithil­fe des OMNI-Visko­chir­ur­gie­sys­tems handelt es sich um ein mini­mal­in­va­si­ves Verfah­ren, welches bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POWG) mit oder ohne Kata­rakt­ex­trak­ti­on durch­ge­führt wird. Wie die Verfas­ser einer aktu­el­len Arbeit gezeigt haben, führt diese chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on zu einer effek­ti­ven Kontrol­le des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) mit güns­ti­gem Sicherheitsprofil.

In ihre retro­spek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 73 Pati­en­ten (80 Augen) mit leich­tem bis mittel­schwe­rem POWG ein und teil­ten sie in 2 Grup­pen auf. Die Gruppe 1 bilde­ten 50 Augen, die mit einer SC-Visko­di­la­ta­ti­on behan­delt wurden. Die Gruppe 2 umfass­te 30 Augen, bei denen eine SC-Visko­di­la­ta­ti­on kombi­niert mit einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on erfolgte.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Erfolgs­end­punkt nach 12 Mona­ten eine Senkung des IOD um >25% zum Ausgangs­wert mit einem abso­lu­ten Wert von ≤18 mmHg bei präope­ra­tiv einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) und ohne weite­re Eingrif­fe fest.

Zu den sekun­dä­ren Eerfolgs­end­punk­ten zähl­ten der mitt­le­re IOD, die Anzahl einge­setz­ter AGM, der Vergleich der Ergeb­nis­se zwischen den Grup­pen, die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA), uner­wünsch­te Ereig­nis­se (AE) sowie Revisionseingriffe.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der primä­re Erfolg bei 40% der Augen in der Gruppe 1 und bei 67,9% in der Gruppe 2 erreicht wurde.

Der mitt­le­re IOD nach 1 Jahr sank gegen­über dem Erst­be­fund in beiden Grup­pen signi­fi­kant ab (Gruppe 1 von 23,0 auf 15,6 mmHg; p<0,001); Gruppe 2 von 21,5 auf 14,1 mmHg; p<0,001). Ebenso stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die Anzahl an AGM signi­fi­kant verrin­ger­te (Gruppe 1 von 3,0 auf 2,0; p<0,001; Gruppe 2 von 3,4 auf 1,9; p<0,001).

Zu den AE zähl­ten Hyphä­ma­ta (2 Augen), milde okulä­re Hypo­to­nie (4 Augen) sowie eine IOD-Spitze nach 1 Monat (1 Auge). Bei 12 Augen (15%) war ein Folge­ein­griff erfor­der­lich, während eine Reduk­ti­on der BCVA in keinem Fall auftrat.

(tt)

Autoren: Toneatto G et al.
Korrespondenz: Giacomo Toneatto; giacomo.toneatto@gmail.com
Studie: 360° Ab-Interno Schlemm's Canal Viscodilation with OMNI Viscosurgical Systems for Open-Angle Glaucoma-Midterm Results
Quelle: J Clin Med 2022; Jan 4;11(1):259.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm11010259

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