Primä­res Offen­win­kel- versus Pseudoexfoliations-Glaukom

Langzeiterfolge einer transluminalen Trabekulotomie entsprechen sich

7. Juli 2022

ANKARA (Bier­mann) – Die Gonio­sko­pie-assis­tier­te trans­lu­mi­na­le Trabe­ku­lo­to­mie (GATT) erweist sich bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel (POWG)- und Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons-Glau­kom (PEX‑G) als siche­re und wirk­sa­me Thera­pie­op­ti­on. Während die frühen Erfol­ge beim PEX‑G besser als beim POWG ausfal­len, sind diese doch im Lang­zeit­ver­lauf nahezu iden­tisch. So lautet das Fazit der Autoren einer aktu­el­len Arbeit.

In ihre mono­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve Vergleichs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 202 Augen (91 POWG; 111 PEX‑G) ein, bei denen entwe­der eine allei­ni­ge GATT oder ein kombi­nier­ter Eingriff mit einer Kata­rakt­ex­trak­ti­on erfolg­te. Die Arbeits­grup­pe legte als Endpunk­te die Verän­de­rung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) und der Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) im 1. post­ope­ra­ti­ven Jahr (alle 3 Monate) bzw. 18 sowie 24 und 36 Monate post­ope­ra­tiv fest. Weite­re Endpunk­te umfass­ten die Erfolgs­ra­te (IOD-Reduk­ti­on ≥20% zum Ausgangs­wert oder IOD ≥6 und ≤21 mmHg und keine chir­ur­gi­schen Revi­si­ons­ein­grif­fe) sowie die Kompli­ka­ti­ons­ra­te. Mithil­fe von Kaplan-Meier-Über­le­bens­ana­ly­sen wurde zudem die kumu­la­ti­ve Erfolgs­wahr­schein­lich­keit verglichen.

Die Forscher ermit­tel­ten bei der fina­len Kontrol­le, dass sich der IOD bzw. die Anzahl einge­setz­ter AGM in der POWG-Gruppe um 8,8 mmHg (34,4%) bzw. um 2 verrin­ger­ten, während die PEX-G-Gruppe eine Reduk­ti­on des IOD um 12,8 mmHg (44,6%) und der Anzahl AGM um 2,3 verzeich­ne­te. Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die mitt­le­re Abnah­me des IOD bis zum 2. Jahr  bei den PEX-G-Pati­en­ten als signi­fi­kant stär­ker erwies als bei den POWG-Pati­en­ten (alle Kontrol­len p<0,05). Zu den darauf­fol­gen­den Kontroll­ter­mi­nen erga­ben sich jedoch keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwischen den beiden Grup­pen mehr. Ebenso zeigte sich die kumu­la­ti­ve Erfolgs­wahr­schein­lich­keit im 1. Jahr beim PEX‑G signi­fi­kant höher als beim POWG (97,6% vs. 86,8%; p=0,01), während sich diese wieder­um im 2. sowie 3. Jahr mit in etwa 75% in beiden Grup­pen nicht mehr signi­fi­kant unter­schied (p=0,07 und p=0,24).

(tt)

Autoren: Aktas Z et al.
Korrespondenz: Zeynep Aktas; drzeynep2000@yahoo.com
Studie: Outcomes of Prolene Gonioscopy-assisted Transluminal Trabeculotomy in Primary Open-angle Glaucoma and Pseudoexfoliative Glaucoma: A Comparative Study
Quelle: J Glaucoma 2022; Jun 13 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002063

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