Pres­by­opie

Unterschiedliche Intraokularlinsen ermöglichen Brillenunabhängigkeit

20. April 2022

LISSABON (Bier­mann) – Eine bril­len­un­ab­hän­gi­ge Pres­by­opie­kor­rek­tur ist der Wunsch vieler Pati­en­ten auch und gerade im Rahmen einer Kata­rakt-Opera­ti­on. Unter­schied­lichs­te Behand­lungs­op­tio­nen wurden bereits entwi­ckelt, weite­re befin­den sich in der Entwicklung.
Eine Studie aus Portu­gal evalu­ier­te nun den klini­schen Verlauf nach Implan­ta­ti­on dreier verschie­de­ner Typen von trif­o­ka­len diffrak­ti­ven Intrao­ku­lar­lin­sen (IOL) bei Kata­rakt-Opera­tio­nen. Insge­samt wurden 180 Augen von 90 Pati­en­ten in diese prospek­ti­ve verglei­chen­de Fall­stu­die einge­schlos­sen. Davon erhiel­ten 30 Pati­en­ten eine TECNIS Syner­gy IOL (Syner­gy-Gruppe), 30 Pati­en­ten eine Acry­sof PanOp­tix IOL (PanOp­tix-Gruppe) und weite­re 30 Pati­en­ten eine POD F IOL (Fine­vi­si­on-Gruppe). Vergli­chen wurden Nah‑, Fern- und Inter­me­di­ärvi­sus, Refrak­ti­on, Defo­kus-Kurve, Bril­len­un­ab­hän­gig­keit und opti­sche Phäno­me­ne mit einer drei­mo­na­ti­gen Nachbeobachtungszeit.
Für den mono­ku­la­ren korri­gier­ten Inter­me­di­är-Visus (Syner­gy 0,04 +/- 0,11, PanOp­tix 0,05 +/- 0,09, Fine­vi­si­on 0,08 +/- 0,10; P = 0,107) und Nahvi­sus (0,01 +/- 0,08, 0,01 +/- 0,06 und 0,04 +/- 0,10; P = 0,186). konn­ten keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de nach­ge­wie­sen werden. Auch für den binoku­la­ren unkor­ri­gier­ten Fern- (P = 0,572), Nah- (P = 0,929) und Inter­me­di­ärvi­sus (P = 0,327) stell­ten sich keine statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schie­de dar. Im Gegen­satz dazu konn­ten statis­tisch signi­fi­kan­te Unter­schie­de zwischen den einzel­nen Grup­pen für den Visus bei ‑0,50, ‑1,00, ‑2,00, ‑3,50 und ‑4,00 dpt (P ≤ 0,045) gezeigt werden.
In Bezug auf optisch stören­de Phäno­me­ne wie Glare oder Halos zeigte sich keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in den drei Grup­pen (P ≥ 0,129).
Mehr als 87 Pati­en­ten in allen Grup­pen (96%) benö­tig­ten post­ope­ra­tiv für keine der Entfer­nun­gen keine Bril­len­kor­rek­tur mehr.
Alle drei IOL konn­ten insge­samt eine effek­ti­ve visu­el­le Reha­bi­li­ta­ti­on gewähr­leis­ten. Die Inzi­denz stören­der opti­scher Phäno­me­ne war gering. (ak)

Autoren: Ferreira TB et al.
Korrespondenz: iagoferreira@netcabo.pt
Studie: Comparison of refractive and visual outcomes of 3 presbyopia-correcting intraocular lenses
Quelle: J Cataract Refract Surg. 2022 Mar 1;48(3):280-287.
Web: https://doi.org/10.1097/j.jcrs.0000000000000743

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