Pres­by­opie

Ist eine pharmakologische Presbyopie-Korrektur bei Emmetropie möglich?

29. März 2021

BUENOS AIRES (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie aus Argen­ti­ni­en hat gezeigt, dass eine phar­ma­ko­lo­gi­sche Behand­lung der Pres­by­opie bei emme­tro­pen Pati­en­ten zwischen dem 40. und 60. Lebens­jahr den unkor­ri­gier­ten Nahvi­sus (UNVA) verbes­sern könnte, ohne dabei den unkor­ri­gier­ten Fern­vi­sus (UDVA) zu beein­träch­ti­gen. Die Behand­lung sei sicher und die Wirk­sam­keit bleibe auch nach 10 Jahren noch bestehen, so das Resü­mee der Autoren.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 148 Pati­en­ten aus 5 Zentren Argen­ti­ni­ens zwischen Januar 2010 und Juni 2019 in die nicht rando­mi­sier­te retro­spek­ti­ve multi­zen­tri­sche Fall­se­ri­en­stu­die ein. Das Alter der Pati­en­ten zu Thera­pie­be­ginn lag zwischen 40 und 60 Jahren. Die binoku­la­re UDVA betrug ≥ 25/20 und die UNVA lag im Jäger-Sehta­fel­tests ≤ Jäger 2.

Die Behand­lung erfolg­te mit einer paten­tier­ten Formu­lie­rung aus unkon­ser­vier­ten Pilo­car­pin- und Diclo­fe­nac-Augen­trop­fen. Als Haupt­end­punkt wurden die binoku­la­ren UNVA- und UDVA-Ergeb­nis­se fest­ge­legt. Die Unter­schie­de wurden durch einen gepaar­ten t‑Test bewer­tet. Zusätz­lich unter­such­te die Arbeits­grup­pe das Neben­wir­kungs­pro­fil und doku­men­tier­te die Zufrie­den­heit der Pati­en­ten. Die ermit­tel­ten Daten wurden in getrenn­ten Grup­pen je nach ihrer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 2–10 Jahren analysiert.

Zu Studi­en­be­ginn lag die UNVA in den verschie­de­nen Grup­pen zwischen Jäger 3 und 8 und verbes­ser­te sich auf Jäger 1 bis 2.Die mitt­le­re UDVA zu Thera­pie­be­ginn lag zwischen 0,02 und 0,04 logMar und nach dem Thera­pie­en­de bei 0,01 bis 0,03 logMar, was statisch nicht signi­fi­kant war. Aufge­tre­te­ne Neben­wir­kun­gen bilde­ten sich spon­tan zurück und die subjek­ti­ve Evalua­ti­on der Pati­en­ten zeigte, dass sie mit der Behand­lung zufrie­den waren.

(tt)

Autoren: Benozzi G et al.
Korrespondenz: Betina Orman; betina.orman@odontologica.uba.ar
Studie: A multicentric study of pharmacological treatment for presbyopia
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Mar 11 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05138-8

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.