Präkli­ni­sche Netz­haut­be­fun­de bei Diabetikern

B-Scans der SD-OCT können frühe morphologische Veränderungen darstellen

30. August 2021

BLOOMINGTON (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die Retina bei Diabe­ti­kern – ohne Dicken­zu­nah­me – bereits diskre­te, aber dennoch quan­ti­fi­zier­ba­re Muster­ver­än­de­run­gen in der Spec­tral-domain-OCT (SD-OCT), insbe­son­de­re in den äuße­ren Netz­haut­schich­ten, aufwei­sen kann. Der Größen­be­reich und die Vertei­lung dieser Muster stimm­ten mit Anoma­lien klei­ner Gefäße sowie Lecka­gen von Lipi­den und Flüs­sig­keit über­ein. Laut den Autoren könn­ten diese präkli­ni­schen Befun­de als Biomar­ker für begin­nen­de diabe­ti­sche Verän­de­run­gen verwen­det werden und mögli­cher­wei­se die Krite­ri­en für eine thera­peu­ti­sche Inter­ven­ti­on diabe­ti­scher Kompli­ka­tio­nen ergänzen.

Die US-ameri­ka­ni­schen Wissen­schaft­ler vergli­chen SD-OCT-Bilder der Retina zu 33 Pati­en­ten mit Diabe­tes melli­tus ohne diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem (zentra­le Maku­la­di­cke 275 µm) mit denen zu alters­an­ge­pass­ten Kontroll­per­so­nen (zentra­le Maku­la­di­cke 276 µm).

Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te hori­zon­ta­le, foveal zentrier­te B‑Scan-Aufnah­men hinsicht­lich des räum­li­chen Frequenz­spek­trums, und entfern­te Teile des Netz­haut­bil­des, die sich nicht inner­halb der zu begut­ach­ten­den Berei­che befanden.

Nach­fol­gend quan­ti­fi­zier­te sie die Netz­haut­bil­der mithil­fe einer Fast-Fourier-Transform(FFT)-Analyse, die die Ampli­tu­de als Funk­ti­on der räum­li­chen Frequenz liefer­te, um räum­li­che Details zu unter­su­chen, die nicht auf Dicken­än­de­run­gen beschränkt waren.

Die Forscher ermit­tel­ten mittels der FFT-Analy­se, dass diabe­ti­sche Reti­nae im Vergleich zu Netz­häu­ten der Kontroll­grup­pe ein räum­li­ches Frequenz­spek­trum mit signi­fi­kant stär­ke­rer spek­tra­ler Leis­tung zeig­ten, vor allem in den äuße­ren Fundus­schich­ten bei mitt­le­ren räum­li­chen Frequen­zen mit Signi­fi­kanz­wer­ten zwischen p=0,0030 und 0,0497 bei 16,8 bis 18,2µm/Zyklus.

Die Wissen­schaft­ler fanden heraus, dass der Bereich der mitt­le­ren Frequen­zen den Größen der Anoma­lien klei­ner Gefäße sowie der harten Exsu­da­te entsprach.

Demge­gen­über stell­ten die Exper­ten fest, dass eine gerin­ge­re Leis­tung bei höhe­ren räum­li­chen Frequen­zen mit Signi­fi­kanz­wer­ten zwischen p=0,0296 und 0,0482 bei 27,4 bis 29,0 µm/Zyklus vorlag.

(tt)

Autoren: Papay JA et al.
Korrespondenz: Ann E Elsner; aeelsner@indiana.edu
Studie: Quantifying frequency content in cross-sectional retinal scans of diabetics vs. Controls
Quelle: PLoS One 2021;Jun18;16(6):e0253091.
Web: dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0253091

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