POW- oder PEX-Glau­kom und Trabe­ku­lo­to­mie ab inter­no mit dem Kahook-Dual-Blade

Studie stellt Risikofaktoren für postoperative Augeninnendruckerhöhung vor

18. August 2022

KUMAMOTO (Bier­mann) – Eine Trabe­ku­lo­to­mie (TO) ab inter­no mit dem Kohook-Dual-Blade (KDB) stellt ein effek­ti­ves mini­mal­in­va­si­ves glau­kom­chir­ur­gi­sches Verfah­ren bei Pati­en­ten mit einem primä­ren Offen­win­kel (POWG)- oder Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom (PEXG) dar. Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit nun berich­ten, erwei­sen sich eine präope­ra­ti­ve Appli­ka­ti­on multi­pler Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) sowie ein hoher Augen­in­nen­druck (IOD) direkt am 1. post­ope­ra­ti­ven Tag als Risi­ko­fak­to­ren für erhöh­te post­ope­ra­ti­ve IOD-Werte, weswe­gen dieses Kollek­tiv engma­schi­ge Kontrol­len erfordert.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 120 Pati­en­ten (132 Augen) mit PEXG (n=76) sowie POWG (n=56), bei denen in der Augen­kli­nik der Kuma­mo­to-Univer­si­täts­kli­nik (Japan) eine TO mit KDB ± Kata­rakt­ex­trak­ti­on (mit n=68; ohne n=64) erfolg­te, in ihre retro­spek­ti­ve Studie auf. Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te einen erhöh­ten post­ope­ra­ti­ven IOD als einen IOD ≥20 mmHg über einen post­ope­ra­ti­ven Zeit­raum von 3 Mona­ten, eine tran­si­en­te IOD-Erhö­hung als einen IOD ≥20 mmHg direkt post­ope­ra­tiv mit einem zügi­gen Abfall auf <20 mmHg sowie eine IOD-Spitze als einen IOD-Anstieg um ≥10 mmHg zum Ausgangs­wert. Die Risi­ko­fak­to­ren wurden mithil­fe logis­ti­scher Regres­si­ons­ana­ly­sen evaluiert.

Die Forscher ermit­tel­ten in der PEXG-Gruppe eine Verrin­ge­rung des IOD von 24,98±7,23 mmHg präope­ra­tiv auf 17,03±6,98 mmHg nach 6 Mona­ten (um 32,1%), während die POWG-Gruppe eine Abnah­me des IOD von 21,28±6,58 mmHg auf 17,41±3,67 mmHg (um 17,7%) verzeichnete.

Demge­gen­über trat ein IOD ≥20 mmHg bzw. eine IOD-Spitze bei 43 bzw. 12 PEXG- (56,6%; 15,8%) sowie bei 29 bzw. 8 POWG-Augen (51,8%; 14,3%) auf. Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten als Risi­ko­fak­to­ren für einen gestei­ger­ten IOD eine hohe Anzahl an präope­ra­tiv einge­setz­ten AGM (OR 2,02; 95%-KI 1,17–3,49) sowie einen hohen IOD am Tag 1 post­ope­ra­tiv (OR 1,41; 95%-KI 1,18–1,68), während ein höhe­res Lebens­al­ter (OR 0,866; 95%-KI 0,793–0,945) sowie ein kombi­nier­ter Eingriff (OR 0,0674; 95%-KI 0,015–0,303) das Risiko verringerten.

(tt)

Autoren: Murakami-Kojima S et al.
Korrespondenz: Eri Takahashi; eritakahashi@kumamoto-u.ac.jp
Studie: Risk factors for intraocular pressure elevation in a six-month period after ab interno trabeculotomy using a Kahook Dual Blade
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Jul 30;22(1):327.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02545-1

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