Post­ope­ra­ti­ve Augentropfen-Applikation

Elektronischer Sensor stärkt Patientenadhärenz

24. Januar 2022

BALTIMORE (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben die Adhä­renz von Pati­en­ten gegen­über der Appli­ka­ti­on corti­cos­te­ro­id­hal­ti­ger Augen­trop­fen nach einem antig­lau­kom­a­tö­sen Eingriff mittels eines elek­tro­ni­schen Sensors gemes­sen. Dabei haben die Forschen­den gezeigt, dass die Thera­pie­treue mit der chir­ur­gi­schen Erfolgs­ra­te asso­zi­iert ist, und dass die Adhä­renz durch die elek­tro­nisch über­mit­tel­ten Werte der Tropf­fre­quenz über­wacht und verbes­sert werden kann.

In ihre prospek­ti­ve Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 90 Pati­en­ten ein, die im Zeit­raum August 2019 bis Januar 2021 mittels eines antig­lau­kom­a­tö­sen Eingrif­fes (Trabe­ku­lek­to­mie ± Kata­rakt­ex­trak­ti­on oder Implan­ta­ti­on eines Drai­na­ge­sys­tems) behan­delt und bis zu 1 Jahr nach­be­ob­ach­tet wurden.

Die Arbeits­grup­pe wies die Pati­en­ten in die Verwen­dung des Über­wa­chungs­sen­sors ein und klärte sie darüber auf, dass das Gerät in Echt­zeit die Appli­ka­ti­ons­fre­quenz der Augen­trop­fen über­mit­telt. Als Endpunk­te legte die Gruppe die Tropf-Adhä­renz während der ersten 5 post­ope­ra­ti­ven Wochen, das Errei­chen eines Ziel-Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) nach 6 Wochen bzw. 6 Mona­ten bis 1 Jahr sowie die Morpho­lo­gie des Sicker­kis­sens nach 1 Jahr fest.

Die Forscher ermit­tel­ten während der 2‑stündlichen Dosie­rungs­pha­se (q2h) eine Adhä­renz von 81 ± 16% sowie eine Gesamtad­hä­renz von 90 ± 14%.

Der Ziel-IOD wurde – ohne Revi­si­ons­ein­griff – zum Zeit­punkt der letz­ten Kontrol­le (6 Monate oder 1 Jahr) in 81% der Fälle (59/73) erreicht. Zudem stell­ten die Exper­ten fest, dass Pati­en­ten, die häufi­ger als ordi­niert tropf­ten, mit signi­fi­kant höhe­rer Wahr­schein­lich­keit den Ziel-IOD nach 6 Monaten/1Jahr erlang­ten (p=0,05).

Eine besse­re Gesamtad­hä­renz bestand bei jünge­ren Pati­en­ten, bei Augen mit gerin­gem Gesichts­feld­ver­lust sowie bei Pati­en­ten eines bestimm­ten Opera­teurs (p<0,03).

Des Weite­ren lag die prozen­tua­le Adhä­renz bei höhe­rem Ziel-IOD während des q2h-Sche­ma­tas höher (p=0,01).

Eine Nicht-Adhä­renz war signi­fi­kant mit der Ethnie und dem Geschlecht der Pati­en­ten, der Morpho­lo­gie des Sicker­kis­sens, post­ope­ra­ti­ven Schmer­zen und dem Reiz­zu­stand in der Vorder­kam­mer assoziiert.

(tt)

Autoren: McGlumphy EJ et al.
Korrespondenz: Harry A Quigley; hquigley@jhmi.edu
Studie: Electronically Monitored Corticosteroid Eye Drop Adherence after Trabeculectomy Compared to Surgical Success.
Quelle: Ophthalmol Glaucoma 2022; Jan 4;S2589-4196(21)00286-6.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ogla.2021.12.007

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