Poste­rio­re Uvei­tis und multi­moda­le Bild­ge­bung im Vergleich

OCT-A erweist sich in gewissem Maße der ICG-A als überlegen

20. Juni 2022

BERN (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben Aufnah­men einer Swept-Source-Weit­win­kel-OCT-Angio­gra­phie (SS-OCT‑A) mit solchen einer Indo­cya­nin­grün-Angio­gra­phie (ICG‑A) zur Beur­tei­lung der Chorio­ka­pil­la­ris (CC) und von choro­ida­len Läsio­nen bei Pati­en­ten mit poste­rio­rer Uvei­tis vergli­chen. Dabei haben sie gezeigt, dass die SS-OCT‑A ein schnel­les, nicht­in­va­si­ves Bild­ge­bungs­ver­fah­ren mit hoher Auflö­sung darstellt, welches teil­wei­se die inva­si­ve ICG-A-Diagnos­tik im Rahmen von Verlaufs­kon­trol­len erset­zen könnte.

In ihre prospek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 41 Pati­en­ten (68 Augen; mitt­le­res Alter 47,2±20,4 Jahre; 58,5% Frauen) mit poste­rio­rer Uvei­tis ein. Die Arbeits­grup­pe führte SS-OCT-A-Aufnah­men durch, die 5 Scans mit 12x12 mm oder 2 Scans mit 15x9 mm umfass­ten und in etwa 70 bis 90° des hinte­ren Pols, insbe­son­de­re die CC und die Choro­idea, abbil­de­ten. Diese Aufnah­men wurden in Hinblick auf nicht nach­weis­ba­re Fluss-Signa­le und ‑Defi­zi­te (nur Berei­che ≥1/4 PD) unter­sucht. Die Größe dieser Läsio­nen wurde mit der Größe von hypo­fluo­res­zen­ten Läsio­nen auf Aufnah­men der ICG‑A in der Spät­pha­se (≥15 min) verglichen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 45 der 68 Augen (66%) erkenn­ba­re hypo­fluo­res­zen­te Läsio­nen in der ICG‑A aufwie­sen, von denen 22 Augen (49%) bzw. 21 Augen (47%) keine Berei­che mit Fluss­de­fi­zit in CC-Scans bzw. Choro­idea-Scans der OCT‑A zeig­ten. Umge­kehrt stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass bei den verblei­ben­den 23 der 68 Augen (34%) nur in der OCT‑A sicht­ba­re Läsio­nen darstell­bar waren.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die Läsi­ons­grö­ße in der ICG‑A stark mit derje­ni­gen im CC- und im choro­ida­len Scan der OCT‑A korre­lier­te (für beide Scans r=0,99; p≤0,0001). Die mitt­le­re Läsi­ons­grö­ße in der Spät­pha­se der ICG‑A erwies sich als signi­fi­kant größer (8,45±5,47 mm2) im Vergleich zu derje­ni­gen im OCT-A-CC-Scan (7,98±5,47 mm2; p≤0,0001) sowie im OCT-A-Choro­idea-Scan (7,69±5,10 mm2; p≤0,002). Zudem stell­ten sich die Läsio­nen in der OCT‑A auf CC-Scans größer dar als auf Choro­idea-Scans (p≤0,0001).

(tt)

Autoren: Tian M et al.
Korrespondenz: Marion R. Munk; marion_munk@hotmail.com
Studie: Comparison of Indocyanine Green Angiography and Swept-Source Wide-Field Optical Coherence Tomography Angiography in Posterior Uveitis
Quelle: Front Med (Lausanne) 2022, May 2;9:853315.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2022.853315

 

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