Poste­rio­re Uvei­tis und farb­ko­dier­te Fundus-Autofluoreszenz

Neues Verfahren unterscheidet Subtypen und ermöglicht zielgenauere Therapie

22. September 2022

BONN (Bier­mann) – Bei der farb­ko­dier­ten Fundus-Auto­fluo­res­zenz (Farb-FAF) handelt es sich um ein neues diagnos­ti­sches Verfah­ren, bei dem der hinte­re Pol mit Blau­licht beleuch­tet wird, welches von reti­na­len bzw. choro­ida­len Entzün­dungs­lä­sio­nen verschie­de­ner Enti­tä­ten mit unter­schied­li­chen grünen und roten Emis­si­ons­fluo­res­zenz­kom­po­nen­ten (GEFC; REFC) wieder abge­ge­ben und als Grün-Rot-Verhält­nis gemes­sen wird.

Den Autoren einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge stellt dieser Grün-Rot-Quoti­ent einen Marker zur Abgren­zung verschie­de­ner Unter­for­men der poste­rio­ren Uvei­tis dar, mit welchem eine vermu­te­te Ätio­lo­gie der Uvei­tis genau­er veri­fi­ziert, eine ziel­ge­rich­te­te­re Thera­pie zeit­nah indi­ziert sowie ein besse­res Moni­to­ring der Inflamma­ti­ons­ak­ti­vi­tät ermög­licht wird.

In ihre explo­ra­ti­ve Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 45 Pati­en­ten (76 Augen; insge­samt 845 Läsio­nen) ein und führ­ten Aufnah­men des hinte­ren Pols mithil­fe der Farb-Fundus­pho­to­gra­phie, der Farb-FAF sowie der OCT durch. Nach­fol­gend bestimm­te die Arbeits­grup­pe die Inten­si­tä­ten der GEFC (Wellen­län­ge 500–560 nm) und der REFC (Wellen­län­ge 560–700 nm) der einzel­nen retinalen/choroidalen Läsio­nen und verglich die inten­si­täts­nor­ma­li­sier­ten Aufnah­men der Farb-FAF zwischen den Läsio­nen bei einer Bird­shot-Chorio­re­ti­no­pa­thie (BSCR), einer okulä­ren Sarko­ido­se (OS), einer akuten poste­rio­ren multi­fo­ka­len plako­iden Pigmen­t­epi­the­lio­pa­thie (APMPPE) sowie einer punkt­för­mi­gen inne­ren Choro­ido­pa­thie (PIC).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die mitt­le­ren GEFC/­REFC-Quoti­en­ten für eine BSCR bei 0,82±0,10 bzw. für eine OS bei 0,92±0,11, für eine APMPPE bei 0,86±0,10 sowie für eine PIC bei 1,09±0,19 lagen. Diese Verhält­nis­se erwie­sen sich auch bei wieder­hol­ten Messun­gen in Vari­anz­ana­ly­sen als signi­fi­kant unter­schied­lich zwischen den Subty­pen (p<0,0001). Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass nicht­pig­men­tier­te retinale/choroidale Läsio­nen, maku­lä­re Neovasku­la­ri­sa­tio­nen sowie reti­na­le Areale mit choro­ida­ler Verdün­nung über­wie­gend GEFC, während pigmen­tier­te reti­na­le Läsio­nen haupt­säch­lich REFC aufwiesen.

(tt)

Autoren: Wintergerst MWM et al.
Korrespondenz: Maximilian W M Wintergerst; maximilian.wintergerst@ukbonn.de
Studie: Spectrally resolved autofluorescence imaging in posterior uveitis
Quelle: Sci Rep 2022; Aug 29;12(1):14337.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41598-022-18048-4

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