Post-DMEK-Glau­kom

Langzeitergebnisse zur Erhöhung des Augeninnendrucks

1. Juli 2020

BERLIN (Bier­mann) – Die Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks (IOD) tritt immer wieder nach einer Desce­met-Membran-Endo­thel­ke­ra­to­plas­tik (DMEK) auf. Ophthal­mo­lo­gen von der Chari­té in Berlin bewer­te­ten nun die Lang­zeit­in­zi­denz der IOD-Erhö­hung und des Post-DMEK-Glau­koms nach DMEK.

Sie stell­ten fest, dass die Inzi­denz der IOD-Erhö­hung in den ersten 12 Mona­ten nach DMEK hoch ist, insbe­son­de­re eine Stero­id-indu­zier­te IOD-Erhö­hung. Eine Stero­id-indu­zier­te Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks könne wirk­sam behan­delt werden, indem das Stero­id­me­di­ka­ment redu­ziert oder das Stero­id­arz­nei­mit­tel gewech­selt werde, so die Studi­en­au­toren. Ein bereits bestehen­des Glau­kom und die präope­ra­ti­ve Diagno­se erhö­hen das Risiko für eine Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks und ein Post-DMEK-Glaukom.

Für ihre Studie über­prüf­ten die Berli­ner insge­samt 463 aufein­an­der­fol­gen­de DMEKs bei 352 Pati­en­ten, die zwischen Septem­ber 2011 und Septem­ber 2014 an der Univer­si­täts­me­di­zin-Chari­té Berlin durch­ge­führt wurden. Daten des zwei­ten behan­del­ten Auges jedes Pati­en­ten und von Re-DMEKs während der Nach­un­ter­su­chung wurden ausge­schlos­sen. Die 12- und 36-mona­ti­ge Inzi­denz von IOD-Erhö­hun­gen und Post-DMEK-Glau­komen wurde unter Verwen­dung der Kaplan-Meier-Über­le­bens­ana­ly­se ausge­wer­tet. Die IOD-Erhö­hung wurde als IOD ≥22 mmHg oder ≥10 mmHg gegen­über des präope­ra­ti­ven Ausgangs­werts defi­niert. Mit der COX-Regres­si­ons­ana­ly­se wurden die Risi­ko­fak­to­ren für die Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks und die Entwick­lung eines Post-DMEK-Glau­koms bewertet.

Die 12-mona­ti­ge Inzi­denz der IOD-Erhö­hung betrug 15,9% [95%-Konfidenzintervall (KI) 12,0%–19,8%] und die des Post-DMEK-Glau­koms 3,9% (95%-KI 1,7%–6,1%). Die 36-Monats-Inzi­denz betrug 18,8% (95%-KI 14,5%–23,1%) und die des Post-DMEK-Glau­koms 6,6% (95%-KI 3,7%–9,5%).

Die häufigs­te Ursa­che war eine Stero­id-indu­zier­te IOD-Erhö­hung mit einer 12-Monats-Inzi­denz von 11,7% (95%-KI 8,2%–15,2%) und einer 36-Monats-Inzi­denz von 12,9% (95%-KI 9,2%–16,6%). Die Inzi­denz einer IOD-Erhö­hung bedingt durch einen post­ope­ra­ti­ven mecha­ni­schen Winkel­block betrug 7,5% (95%-KI 4,8%–10,2%). Ein bereits bestehen­des Glau­kom erhöh­te das Risiko einer Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks (p<0,001, Hazard Ratio [HR] 3,331; 95%-KI 1,919–5,782) und die Entwick­lung eines Post-DMEK-Glau­koms (p<0,001, HR 6,633; 95%-KI 2,556–17,215).

Die präope­ra­ti­ve Diagno­se beein­fluss­te auch das Risiko einer Erhö­hung des Augen­in­nen­drucks (Fuch’s‑Endotheldystrophie [FED] vs. bullö­se Kera­topa­thie; p=0,012, HR 2,354; 95%-KI 1,203–4,608) und eines Post-DMEK-Glau­kom (FED vs. Trans­plan­tat­ver­sa­gen; p=0,01, HR 4,412; 95%-KI 1,419–13,723, FED vs. bullö­se Kera­topa­thie; p=0,09, HR 2,679; 95%-KI 0,858–8,358).

(isch)

Autoren: Maier AB et al.
Korrespondenz: Anna-Karina B Maier;  anna-karina.maier@charite.de
Studie: Long-term Results of Intraocular Pressure Elevation and post-DMEK Glaucoma After Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty
Quelle: Cornea 2020; Jun 12.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002363

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