Popu­la­ti­ons­ba­sier­te Querschnittstudie

Sehfunktionen bei 70-jährigen Schweden untersucht

14. Januar 2020

GÖTEBORG (Bier­mann) – Eine schwe­di­sche Arbeits­grup­pe aus Göte­borg hat die Lebens­qua­li­tät in Bezug auf das Sehver­mö­gen („vision-rela­ted quali­ty of life“, VRQoL), die Sehfunk­ti­on sowie Prädik­to­ren für Sehstö­run­gen bei 70-jähri­gen Perso­nen in Schwe­den unter­sucht. Dabei zeigte sich, dass eine nied­ri­ge Kontrast­emp­find­lich­keit ein Indi­ka­tor für Sehstö­run­gen ist. Außer­dem besteht in der unter­such­ten Bevöl­ke­rungs­grup­pe eine Diskre­panz zwischen subjek­ti­ver und objek­ti­ver Sehfunk­ti­on sowie eine hohe Präva­lenz nicht korri­gier­ter Brechungs­feh­ler. Frauen haben häufi­ger Kata­rakt und Männer zeigen einen etwas besse­ren Visus.

In der popu­la­ti­ons­ba­sier­ten Quer­schnitt­stu­die (n=1203) verglich die Arbeits­grup­pe die selbst­be­rich­te­te okulä­re Morbi­di­tät sowie die Antwor­ten auf den Natio­nal-Eye-Insti­tu­te-Visual-Func­tio­n­ing-Ques­ti­onn­aire-25 (NEI VFQ-25) mit den Ergeb­nis­sen der ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung (n=560).

Die häufigs­ten selbst berich­te­ten okulä­ren Morbi­di­tä­ten waren Kata­rakt (23,4%), alters­ab­hän­gi­ge Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD; 4,7%), Glau­kom (4,3%) und diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (1,4%). Kata­rakt war bei Frauen häufi­ger (p=0,001). Der Compo­si­te Score von NEI VFQ-25 betrug für die gesam­te Kohor­te 91,4 (Stan­dard­ab­wei­chung 27,5). Beim Vergleich des Compo­si­te Scores für verschie­de­ne Augen­krank­hei­ten zeig­ten Perso­nen mit Kata­rakt oder AMD nied­ri­ge­re Scores (p=0,029 bzw. 0,018).

Der best­kor­ri­gier­te Visus (BCVA) war mit 98,9% normal (≥0,5 dezi­mal); 2 Perso­nen hatten eine Sehbe­hin­de­rung (<0,3). Männer zeig­ten einen besse­ren BCVA (median –0,08 logMAR) als Frauen (–0,06; p=0,005). Gesichts­feld­de­fek­te wurden in 16,3% und nicht korri­gier­te Brechungs­feh­ler in 61,5% der Fälle beobachtet.

Eine Sehschwä­che wurde von 7,4% der Teil­neh­mer mit einer Sehschär­fe („presen­ting visual acuity“, PVA) ≥0,5 (dezi­mal) ange­ge­ben, während 66,7% mit PVA <0,5 eine gute Sicht anga­ben. Von 27 Perso­nen mit PVA <0,5 erziel­ten 55,6% einen BCVA von ≥1,0 mit der rich­ti­gen Korrek­tur. Eine nied­ri­ge Kontrast­emp­find­lich­keit war ein signi­fi­kan­ter Indi­ka­tor für Sehstö­run­gen (p=0,008), PVA und Gesichts­feld­de­fek­te hinge­gen nicht.

(isch)

Autoren: Havstam Johansson L et al.
Korrespondenz: Madeleine Zetterberg; madeleine.zetterberg@gu.se
Studie: Vision-related quality of life and visual function in a 70-year-old Swedish population
Quelle: Acta Ophthalmol 2020 Jan 7.
Web: https://doi.org/10.1111/aos.14341

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