Pilz­ke­ra­ti­tis

Ein Protokoll für das therapeutische Management

8. Juli 2019

NEU-DELHI (Bier­mann) – Zur Evalua­ti­on eines stan­dar­di­sier­ten mehr­stu­fi­gen Thera­pie­kon­zepts wurden zwischen Juni 2013 und Mai 2017 in der vorlie­gen­den Studie aus Indien Daten von Fällen behand­lungs­nai­ver, per Abstrich oder Kultur nach­ge­wie­se­ner Pilz­ke­ra­tit­i­den analysiert.

Das unter­such­te TST-Proto­koll („topi­cal, systemic and targe­ted thera­py“) beinhal­te­te als ersten Thera­pie­schritt eine Behand­lung mit topi­schem Nata­my­cin 5 %. Bei Ulcera mit einer Größe von über 5 mm, einer Tiefe von über 50 % oder einer drohen­den Perfo­ra­ti­on wurde zusätz­lich orales Keto­ko­na­zol oder Vorico­na­zol eingesetzt.
Im Fall von schlech­tem Anspre­chen 7–10 Tage nach Thera­pie­be­ginn wurde die Thera­pie durch topi­sches Vorico­na­zol ergänzt. Intrastroma­le oder intra­ca­me­ra­le anti­my­ko­ti­sche Injek­tio­nen wurden immer dann durch­ge­führt, wenn die Erkran­kung auf die vorhe­ri­ge Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie schlecht ansprach. Für den Fall, dass die Erkran­kung auf keinen der vorhe­ri­gen Behandlungs­versuche zufrie­den­stel­lend reagiert, wurde eine perfo­rie­ren­de Kera­to­plas­tik durchgeführt.

In die Studie wurden 223 Fälle von Pilz­keratitis mit einem durch­schnitt­li­chen ­Pati­en­ten­al­ter von 43,6 Jahren (±15,3) und einer etwas höhe­ren Anzahl an Männern einge­schlos­sen. Die durch­schnitt­li­che Ausdeh­nung von Ulcus und Infil­tra­ten bei Erst­vor­stel­lung lag bei 25,52±19 bzw. 25,7±14,4 mm. Der korri­gier­te Visus lag bei Erst­vor­stel­lung bei 2,05±0,43 LogMAR und verbes­ser­te sich nach 3 Mona­ten unter Thera­pie auf 1,6±0,4 LogMAR. Als häufigs­te nach­ge­wie­se­ne Pilz­art fand sich ­Fusa­ri­um (42,2 %) gefolgt von Asper­g­il­lus (32,8 %). Die durch­schnitt­li­che Zeit bis zur Abhei­lung lag bei 41,5±22,2 Tagen mit einer Narben­bil­dung in einer Größe von durch­schnitt­lich 14,6±8,2 mm. Die ­Behand­lungs­er­folgs­ra­te mit dem TST-Proto­koll lag insge­samt bei 79,8 %. In 7 % der Fälle kam es zu einer Horn­haut­per­fo­ra­ti­on (n=15) und in 20,2 % (n=45) der Fälle wurde eine perfo­rie­ren­der Kera­to­plas­tik durchgeführt.

Die Autoren der Studie gehen somit davon aus, dass das TST-Proto­koll einen sinn­vollen mehr­stu­fi­gen Behand­lungs­al­go­rith­mus für die Behand­lung von Pilz­ke­ra­tit­i­den ­unter­schied­li­cher Ausprä­gung darstel­len kann.

(ak)

Autoren: Sharma N et al.
Korrespondenz: Namrata Sharma; namrata.sharma@gmail.com
Studie: Management Algorithm for Fungal Keratitis: The TST (Topical, Systemic, and Targeted Therapy) Protocol
Quelle: Cornea 2019 Feb;38(2):141–145.
Web: https://journals.lww.com/corneajrnl/Abstract/2019/02000/Management_Algorithm_for_Fungal_Keratitis__The_TST.2.aspx

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