Phake Intrao­ku­lar­lin­se

Gute Ergebnisse bei der Korrektur von Myopie und myopem Astigmatismus

23. Juni 2022

MÜNSTER (Bier­mann) – Eine retro­spek­ti­ve Studie aus Müns­ter sollte die klini­schen Verläu­fe von Pati­en­ten mit Myopie und myopem Astig­ma­tis­mus nach Implan­ta­ti­on einer von zwei verschie­de­nen phaken Hinter­kam­mer­lin­sen mit zentra­ler Lücke unter­su­chen. Verwen­det wurden eine implan­tier­ba­re Kontakt­lin­se (IPCL V2.0) und die Visian implan­tier­ba­re Coll­a­mer-Linse V4c (ICL). Implan­tiert wurden 111 IPCL (davon 60 tori­sche IPCL) und 106 ICL (davon 59 tori­sche ICL). Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit lag zwischen drei Mona­ten und zwei Jahren. Primä­rer Endpunkt war die Verbes­se­rung des unkor­ri­gier­ten Fern­vi­sus (UDVA). Sekun­dä­re Endpunk­te waren Verän­de­run­gen im korri­gier­ten Fern­vi­sus (CDVA) und Komplikationen.
Drei Monate post­ope­ra­tiv wiesen 76% der Augen in der IPCL-Gruppe und 83% Augen in der ICL-Gruppe, bei denen eine plane Ziel­re­frak­ti­on ange­strebt wurde, einen UDVA von 20/20 oder besser auf.
Ein post­ope­ra­ti­ver UDVA inner­halb einer Buch­sta­ben­rei­he des präope­ra­ti­ven CDVA konnte bei 96% der IPCL- und bei 94% der ICL-Augen erzielt werden. Ein Auge verlor nach IPCL-Implan­ta­ti­on eine Buch­sta­ben­rei­he, während nach ICL-Implan­ta­ti­on keine Verlust ganzer Buch­sta­ben­rei­hen auftrat. Ein Visus­ge­winn von mindes­tens einer Reihe für den CDVA konnte bei 33,7% der Augen nach IPCL und bei 40,6% der Augen nach ICL erreicht werden. Nach insge­samt vier der ICL-Implan­ta­tio­nen musste eine Kata­rakt-Opera­ti­on vorge­nom­men werden, wobei keine aufgrund einer ante­rio­ren Kapsel­trü­bung indi­ziert wurde. Nach IPCL-Implan­ta­ti­on musste keine Kata­rakt-Opera­ti­on durch­ge­führt werden. In beiden Grup­pen trat nur ein milder Endo­thel­zell­ver­lust auf. Der mitt­le­re Augen­in­nen­druck verän­der­te sich inner­halb der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit nicht signifikant.
Für beide Hinter­kam­mer­lin­sen konn­ten somit etwa gleich exzel­len­te Ergeb­nis­se bei der Korrek­tur von Myopie und myopem Astig­ma­tis­mus erzielt werden. Eine länge­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit über zwei Jahre hinaus werde jedoch benö­tigt, um die Stabi­li­tät der Ergeb­nis­se über­prü­fen zu können, so die Autoren. (ak)

Autoren: Taneri S et al.
Korrespondenz: taneri@refraktives-zentrum.de
Studie: Initial clinical outcomes of two different phakic posterior chamber IOLs for the correction of myopia and myopic astigmatism
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2022 May;260(5):1763-1772.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-021-05465-w

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