Phake Hinter­kam­mer­lin­sen

Wichtige Faktoren in der Berechnung der pIOL bei myopen Augen

11. Juli 2024

LINZ/ZÜRICH/HOMBURG (Bier­mann) — Für die Implan­ta­ti­on phaker Hinter­kam­mer­lin­sen (phakic poste­rior cham­ber intrao­cu­lar lens, pIOL) werden präzi­se refrak­ti­ve Ergeb­nis­se benö­tigt, um eine hohe Pati­en­ten­zu­frie­den­heit zu errei­chen. Eine retro­spek­ti­ve Studie sollte mit Schwer­punkt auf myopen Augen Fakto­ren heraus­ar­bei­ten, welche die pIOL-Berech­nung beein­flus­sen könn­ten und poten­zi­el­le Vortei­le moder­ner Vorher­sa­ge­mo­del­le bewerten.
Im Rahmen der Studie wurden verschie­de­ne Vari­an­ten mit unter­schied­li­chen Algo­rith­men für die effek­ti­ve Linsen­po­si­ti­on (ELP) analy­siert. Die Algo­rith­men umfass­ten ein Modell mit festen Konstan­ten und ein Modell mit multi­pler linea­rer Regres­si­on und wurden mit und ohne Einbe­zie­hung der hinte­ren Horn­haut­krüm­mung (poste­rior corne­al curvat­u­re, Rcp) getes­tet. Darüber hinaus wurde die Auswir­kung der Einbe­zie­hung des post­ope­ra­ti­ven Vaults (Abstand zwischen der pIOL und der Linse) in den ELP-Algo­rith­mus unter­sucht und ein einfa­ches Vault-Vorher­sa­ge­mo­dell bewertet.
Die Einbe­zie­hung des Rcp und des gemes­se­nen Vault in die pIOL-Berech­nun­gen führte zu keiner signi­fi­kan­ten Verbes­se­rung der Genau­ig­keit. Der Über­gang von Ansät­zen mit konstan­ten Model­len zu ELP-Konzep­ten, die auf linea­ren Regres­si­ons­mo­del­len basie­ren, verbes­ser­te die pIOL-Leis­tungs­be­rech­nun­gen hinge­gen signi­fi­kant. Linea­re Regres­si­ons­mo­del­le über­tra­fen die konstan­ten Model­le und verbes­ser­ten die refrak­ti­ven Ergeb­nis­se sowohl für ICL- als auch für IPCL pIOL-Plattformen.
Die Studie unter­strei­che den Nutzen der Imple­men­tie­rung von ELP-Konzep­ten, die auf linea­ren Regres­si­ons­mo­del­len basie­ren, in die pIOL-Leis­tungs­be­rech­nung, so die Autoren.
Auf linea­rer Regres­si­on basie­ren­de ELP-Model­le böten erheb­li­che Vortei­le für das Errei­chen der gewünsch­ten refrak­ti­ven Ergeb­nis­se, insbe­son­de­re bei pIOL-Model­len mit gerin­ger bis mitt­le­rer Brech­kraft. Bei der Berech­nung der pIOL-Leis­tung für beide pIOL-Platt­for­men, die mit präope­ra­ti­ven Messun­gen mit einem Scheim­pflug-Gerät getes­tet worden seien, habe man besse­re Ergeb­nis­se mit der LION 1ICL-Formel und der LION 1IPCL-Formel gefun­den. Weite­re Unter­su­chun­gen seien erfor­der­lich, um die Anwend­bar­keit der Ergeb­nis­se auf eine brei­te­re Palet­te von pIOL-Designs und Mess­ge­rä­ten zu unter­su­chen. (ak)

Autoren: Wendelstein J et al.
Korrespondenz: wendelsteinjascha@gmail.com
Studie: The Influence of Lens Position, Vault Prediction, and Posterior Cornea on Phakic Posterior Chamber Intraocular Lens Power
Quelle: Am J Ophthalmol. 2024 May:261:7-18.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2024.01.008

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