Persis­tie­ren­de Cornea­epi­thel­de­fek­te bei chro­ni­scher okulä­rer GvHD

Diabetes und limbalen Stammzellmangel gehören zu den Risikofaktoren

31. August 2020

BOSTON (Bier­mann) — In einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung beschrei­ben deren Autoren die Präva­lenz, die klini­schen Merk­ma­le und die Risi­ko­fak­to­ren für persis­tie­ren­de Horn­haut­epi­thel­de­fek­te (PED) bei Pati­en­ten mit chro­ni­scher okulä­rer Graf-versus-Host-Disea­se (oGVHD). Sie bestimm­ten in ihrer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die zudem die visu­el­len Outco­mes nach der Heilung.

Insge­samt 405 Pati­en­ten mit einem Durch­schnitts­al­ter von 60±13 Jahren, bei denen eine chro­ni­sche oGVHD diagnos­ti­ziert wurde, schloss man in die Analy­se ein. Bei 58% handel­te es sich um Männer. Die Präva­lenz von PED betrug 8,1%. Die media­ne Zeit für die PED-Entwick­lung nach häma­to­poe­ti­scher Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on betrug unge­fähr 24 Monate.

Die media­ne Zeit bis zur PED-Heilung lag bei 4,5 Wochen nach Thera­pie­be­ginn. Die mitt­le­re best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe nahm nach der PED-Auflö­sung um 2 Zeilen ab, wie die Autoren berich­ten. Die Präva­lenz­ra­ten von Horn­hau­tul­ce­ra und Perfo­ra­tio­nen betru­gen über 8 Jahre hinweg gese­hen 6,2% bzw. 4,0%.

Als mit PED asso­zi­ier­te Fakto­ren ergab eine logis­ti­sche Regres­si­ons­ana­ly­se Diabe­tes (p=0,006), limba­len Stamm­zell­man­gel (LSCD; p=0,02), fila­men­tä­re Kera­ti­tis (p=0,02) und subkon­junk­ti­va­le Fibro­se (p=0,02) sowie ein höhe­rer oGVHD-Score entspre­chend der Einord­nung der Natio­nal Insti­tu­tes of Health (p=0,01) als signi­fi­kan­te Risi­ko­fak­to­ren.

(ac)

Autoren: Sinha S et al.
Korrespondenz: Reza Dana; Reza_Dana@meei.harvard.edu
Studie: Prevalence of Persistent Corneal Epithelial Defects in Chronic Ocular Graft-Versus-Host Disease
Quelle: Am J Ophthalmol 2020;218:296-303.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2020.05.035 

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