PERCE­PO­LIS-Studie

Intrakapsuläre und subkapsuläre Phakoemulsifikationstechniken im kurzzeitigen Verlauf gleichwertig

13. Juli 2022

METZ-CEDEX (Bier­mann) – In der rando­mi­sier­ten PERCE­PO­LIS-Studie wurden intra­ka­p­su­lä­re mit supra­ka­p­su­lä­ren Tech­ni­ken der Phako­emul­si­fi­ka­ti­on im Hinblick auf Dauer der Proze­dur, Ausmaß des Ultra­schall­ein­sat­zes und Schmer­zen in Zusam­men­hang mit dem Endo­thel­zell­ver­lust (ECL) unter­sucht. Die Opera­teu­re setz­ten rando­mi­siert entwe­der die Divide-and-conquer-Tech­nik oder eine Sublu­xa­ti­ons­tech­nik ein.

In die Studie einge­schlos­sen werden konn­ten Pati­en­ten im Alter von mindes­tens 18 Jahren, mit einem best­kor­ri­gier­ten Visus von +0,2 LogMAR und norma­ler bis schwe­rer Linsen­trü­bung. Nach­un­ter­su­chun­gen erfolg­ten am vier­ten post­ope­ra­ti­ven Tag sowie nach einem, drei und zwölf Mona­ten. Primä­rer Endpunkt der Studie war der Endo­thel­zell­ver­lust an allen Kontroll­ta­gen. Als sekun­dä­re Endpunk­te wurden opera­ti­ve Varia­blen wie effek­ti­ve Phako­zeit und Dauer des Eingriffs fest­ge­legt. Eine Nicht­un­ter­le­gen­heits­gren­ze wurde auf Basis der vorhan­de­nen Lite­ra­tur festgelegt.

Insge­samt konn­ten 292 Pati­en­ten (durch­schnitt­li­ches Alter 73 Jahre, 59% weib­lich) einge­schlos­sen werden. Bei 148 Pati­en­ten wurde die Sublu­xa­ti­ons­tech­nik, bei 144 Pati­en­ten die Divide-and-conquer-Tech­nik einge­setzt. Für die Nach­un­ter­su­chun­gen an Tag 4 sowie in Monat 1, 3 und 12 konn­ten die Daten von 243, 270, 275 und 198 Pati­en­ten evalu­iert werden, wobei ange­sichts der hohen Dropout-Rate bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung ledig­lich eine quali­ta­ti­ve Analy­se der ECL-Daten möglich war.
Bei allen Pati­en­ten konnte der Eingriff erfolg­reich durch­ge­führt werden. Die effek­ti­ve Phako-Zeit war bei beiden Tech­ni­ken vergleich­bar. Die Sublu­xa­ti­ons-Tech­nik war mit einer kürze­ren Eingriffs­dau­er assoziiert.

Im Ergeb­nis war die Sublu­xa­ti­ons-Tech­nik der Divide-and-conquer-Tech­nik nicht unter­le­gen – zumin­dest in Bezug auf die ersten drei post­ope­ra­ti­ven Monate. Somit könnte diese Tech­nik als Alter­na­ti­ve zu ande­ren Tech­ni­ken einge­setzt werden. (ak)

Autoren: Perone JM et al.
Korrespondenz: jm.perone@chr-metz-thionville.fr
Studie: Corneal Endothelial Cell Loss After Endocapsular and Supracapsular Phacoemulsification: The PERCEPOLIS Randomized Clinical Trial
Quelle: Cornea. 2022 Jun 1;41(6):714-721.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002822

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