Pati­en­ten jungen und mitt­le­ren Alters

Gute 1-Jahres-Ergebnisse nach Gonioskopie-assistierter transluminaler Trabekulotomie 

9. September 2020

MONTREAL (Bier­mann) – Zur Wirk­sam­keit einer Gonio­sko­pie-assis­tier­ten trans­lu­mi­na­len Trabe­ku­lo­to­mie (GATT) bei Pati­en­ten jungen und mitt­le­ren Alters gibt es nur wenig Evidenz. Die Ergeb­nis­se einer retro­spek­ti­ven Fall­se­rie zeigen jetzt, dass dieser chir­ur­gi­sche Eingriff gute 1-Jahres-Ergeb­nis­se mit einem akzep­ta­blen Sicher­heits­pro­fil aufweist. Diese Beob­ach­tung wird in der Fall­se­rie durch die post­ope­ra­tiv beob­ach­te­te signi­fi­kan­te Senkung des Augen­in­nen­drucks (IOD) und die Medi­ka­men­ten­re­duk­ti­on unter­stützt.

Einge­schlos­sen wurden Pati­en­ten (56 Augen) zwischen 18 und 64 Jahren (Durch­schnitts­al­ter 46,94 ±11,81), die sich einer GATT mit und ohne gleich­zei­ti­ger Kata­rak­t­ope­ra­ti­on unter­zo­gen haben. Der Erfolg wurde defi­niert als ein IOD zwischen 6 und 21 mmHg (Krite­ri­um A) oder zwischen 6 und 18 mmHg (Krite­ri­um B) sowie eine rela­ti­ve IOD-Reduk­ti­on von ≥20% im Vergleich zum Ausgangs­wert. Ein Versa­gen lag vor, wenn die Erfolgs­kri­te­ri­en bei ≥2 Besu­chen nach dem ersten post­ope­ra­ti­ven Monat nicht erfüllt waren, eine Reope­ra­ti­on aufgrund eines unkon­trol­lier­ten IOD oder Fort­schrei­tens der Erkran­kung erfor­der­lich war, oder ein Verlust der Licht­wahr­neh­mung vorlag.

Bewer­tet wurden die Prädik­to­ren für den Erfolg sowie die post­ope­ra­ti­ven Verän­de­run­gen der Ziel­pa­ra­me­ter einschließ­lich des Augen­in­nen­drucks und der Einsatz von Medi­ka­men­ten. Des Weite­ren wurden intra- und post­ope­ra­ti­ve uner­wünsch­te Ereig­nis­se berück­sich­tigt. Haupt­ziel­pa­ra­me­ter waren der Behand­lungs­er­folg, der IOD und die Medi­ka­men­ten­re­duk­ti­on nach einjäh­ri­gem Follow-up sowie Base­li­ne-Prädik­to­ren für den chir­ur­gi­schen Erfolg.

Nach einem Jahr verrin­ger­te sich der Augen­in­nen­druck von 27,70 ±10,30 mmHg präope­ra­tiv auf 14,04 ±3,75 mmHg (49% Reduk­ti­on, p<0,001). Der Medi­ka­men­ten­ver­brauch verrin­ger­te sich von 3,73 ±0,98 präope­ra­tiv auf 1,82 ±1,47 (51% Reduk­ti­on, p<0,001). Der 12-Monats-Erfolg betrug 84% (nach beiden Krite­ri­en) und ein jünge­res Alter (18–39 Jahre) bei der Glau­kom-Diagno­se war prädik­tiv für den chir­ur­gi­schen Erfolg. Die häufigs­ten post­ope­ra­ti­ven uner­wünsch­ten Ereig­nis­se waren vorüber­ge­hen­de Hyphä­ma, IOD-Spit­zen und vorüber­ge­hen­de mikro­zys­ti­sche Horn­haut­epi­thelö­de­me.

Da das jünge­re Alter bei der Diagno­se eines Glau­koms ein Prädik­tor für den chir­ur­gi­schen Erfolg sei, dürfte die Patho­phy­sio­lo­gie des Offen­win­kel­glau­koms bei jünge­ren Pati­en­ten stär­ker auf das Trabe­kel­werk beschränkt sein, was die GATT zu einem beson­ders geeig­ne­ten Verfah­ren für diese Pati­en­ten mache, so die Schluss­fol­ge­rung der Studi­en­au­toren.

(isch)

Autoren: Salimi A et al.
Korrespondenz: Hady Saheb; hady.saheb@mcgill.ca.
Studie: Gonioscopy-Assisted Transluminal Trabeculotomy (GATT) in younger to middle-aged adults: One-Year Outcomes
Quelle: Ophthalmol Glaucoma 2020;Sep 3.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ogla.2020.08.014

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