Pars Plani­tis

Adalimumab stellt eine wirksame Therapieoption dar

4. November 2021

ANKARA (Bier­mann) – Bei einer Pars Plani­tis handelt es sich um eine chro­ni­sche, progres­si­ve, schlei­chen­de inter­me­diä­re Uvei­tis, die über­wie­gend Kinder betrifft. Ätio­lo­gisch wird ein auto­im­mu­ner Prozess mit gene­ti­scher Prädis­po­si­ti­on vermu­tet. Aus einer aktu­el­len Arbeit geht nun hervor, dass vor dem Hinter­grund verschie­de­ner mögli­cher okulä­rer Kompli­ka­tio­nen eine früh­zei­ti­ge und aggres­si­ve Thera­pie erfor­der­lich ist. Laut den Autoren ist Adali­mum­ab eine geeig­ne­te Thera­pie­op­ti­on, insbe­son­de­re bei Pati­en­ten mit refrak­tä­rer Uveitis.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 59 Pati­en­ten (115 Augen; 47% Frauen; medi­a­nes Alter 10 [Bereich 4–44] Jahre) mit einer Pars Plani­tis (Erst­dia­gno­se 1998–2019) und einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von ≥6 Mona­ten in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te demo­gra­fi­sche Daten, ophthal­mo­lo­gi­sche Befun­de einschließ­lich der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) und des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD), Behand­lun­gen, opera­ti­ve Eingrif­fe und Kompli­ka­tio­nen sowie den Prozent­satz an Pati­en­ten, die Adali­mum­ab erhiel­ten, die Gründe für einen Thera­pie­wech­sel und das Anspre­chen auf Adalimumab.

Die media­ne Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 33 (Bereich 6–252) Monate. Die Forscher ermit­tel­ten eine media­ne BCVA zu Studi­en­be­ginn von 0,2 (Bereich 0,0–2,0) logMAR und bei der fina­len Kontrol­le von 0,00 (Bereich 0,0–2,0). Als häufigs­te Kompli­ka­tio­nen fand die Gruppe ein zysto­i­des Maku­la­ö­dem, eine Kata­rakt, eine epire­ti­na­le Membran sowie eine peri­pher infe­ri­or loka­li­sier­te Reti­no­schi­sis. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten als häufigs­ten opera­ti­ven Eingriff eine prophy­lak­ti­sche Laser­ko­agu­la­ti­on der Reti­no­schi­sis fest, gefolgt von einer Phako­emul­si­fi­ka­ti­on sowie einer Pars-plana-Vitrek­to­mie. Darüber hinaus beob­ach­te­ten sie, dass etwa 80% der Pati­en­ten als Erst­be­hand­lung Immun­sup­pres­si­va und Corti­cos­te­ro­ide erhielten.

Die Thera­pie mit Adali­mum­ab wurde bei 23 Pati­en­ten (38,9%) aufgrund thera­pie­re­frak­tä­rer Uvei­tis und Neben­wir­kun­gen auf die Corti­cos­te­ro­ide eingeleitet.

Bei 22 der 23 Pati­en­ten (95%) war die intrao­ku­lä­re Inflamma­ti­on nach­fol­gend kontrol­liert und die syste­mi­schen Corticosteroide/Immunsuppressiva konn­ten redu­ziert werden.

(tt)

Autoren: Ozdemir HB et al.
Korrespondenz: Huseyin Baran Ozdemir; huseyinbaranozdemir@gazi.edu.tr
Studie: Clinical characteristics and treatment of pars planitis: an adalimumab experience
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Sep 27 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-021-05398-4

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