Panre­ti­na­le Photokoagulation

5-Jahres-Daten zur Gesichtsfeldsänderung bei diabetischer Retinopathie

6. Februar 2020

PHILADELPHIA (Bier­mann) – Bei der Behand­lung der proli­fe­ra­ti­ven diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie wird der Erhalt des peri­phe­ren Gesichts­fel­des (VF) unter Anti-Vascu­lar-Endo­the­li­al-Growth-Factor-Substan­zen als Vorteil gegen­über der panre­ti­na­len Photo­ko­agu­la­ti­on (PRP) gewer­tet. Werden beide Behand­lungs­an­sät­ze in Betracht gezo­gen, sind Lang­zeit­da­ten zum VF wich­tig. Die Post-hoc-Analy­se von Daten aus dem Proto­col S durch eine ameri­ka­ni­sche Arbeits­grup­pe legt nun nahe, dass es bei Augen, die wegen einer proli­fe­ra­ti­ven diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie behan­delt werden, neben der PRP weite­re Fakto­ren gibt, die mit einem VF-Verlust asso­zi­iert sind.

Ziel der Analy­se war die Bewer­tung der VF-Verän­de­run­gen über einen Zeit­raum von 5 Jahren von Pati­en­ten, die an der vom DRCR Retina Network durch­ge­führ­ten klini­schen Proto­col-S-Studie teil­nah­men. Ziel­pa­ra­me­ter war die mitt­le­re Ände­rung der Gesamt­punkt­zahl bei VF-Tests mit dem Humphrey Field Analy­zer (30–2- und 60–4‑Muster). Die Daten der Perso­nen bzw. Augen mit proli­fe­ra­ti­ver diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie wurden in einer rando­mi­sier­ten klini­schen Multi­cen­ter­stu­die von Febru­ar 2012 bis Febru­ar 2018 gesam­melt. Die Analy­se begann im Juni 2018.

Als Inter­ven­ti­on wurde eine panre­ti­na­le Photo­ko­agu­la­ti­on oder intra­vit­rea­le Injek­tio­nen von 0,5 mg Rani­bi­zumab durch­ge­führt. Ein diabe­ti­sche Maku­la­ö­dem wurde, sofern vorhan­den, in beiden Grup­pen mit Rani­bi­zumab behan­delt. Eine panre­ti­na­le Photo­ko­agu­la­ti­on konnte bei Augen in der Rani­bi­zumab-Gruppe durch­ge­führt werden, wenn das Behand­lungs­ziel nicht erreicht wurde.

Von 394 im Proto­koll S erfass­ten Augen wurden 234 (59,4%) in die Auswer­tung einge­schlos­sen. Von diesen hatten 167 (71,4%) ein VF, das zu Studi­en­be­ginn die Quali­täts­kri­te­ri­en erfüll­te (mitt­le­res Alter [Inter­quar­til­be­reich] 50 [43–58] Jahre; 90 Männer [53,9%]).

Nach 5 Jahren lagen 79 (33,8%) Ergeb­nis­se vor. Die mitt­le­re (SD) Verän­de­rung der Gesamt­punkt­zahl in der PRP- und Rani­bi­zumab-Gruppe betrug –305 (521) dB und –36 (486) dB nach einem Jahr und stieg auf –527 (635) dB und –330 (645) dB nach 5 Jahren (p=0,04). Nach­dem die VF-Ergeb­nis­se nach PRP-Behand­lung in der Rani­bi­zumab-Gruppe zensiert wurden, betrug die durch­schnitt­li­che Verän­de­rung der Gesamt­punkt­zahl nach 5 Jahren –201 (442) dB.

In einer longi­tu­di­na­len Regres­si­ons­ana­ly­se zur Verän­de­rung der Gesamt­punkt­zahl (beide Behand­lungs­grup­pen), war die Laser­be­hand­lung für die initia­le PRP-Sitzung mit einer mitt­le­ren Punkt­ab­nah­me von 208 dB (95%-Konfidenzintervall [KI] 112–304) asso­zi­iert, für eine zusätz­li­che PRP-Sitzung mit 77 dB (95%-KI 21–132) und für Endo­la­ser mit 325 dB (95%-KI 211–439). Es wurde keine Asso­zia­ti­on zwischen der Ände­rung des Punkte-Scores und der Anzahl der Rani­bi­zumab-Injek­tio­nen im Vorjahr fest­ge­stellt (–9 pro Injek­ti­on [95%-KI, –22 bis 3]).

Die begrenz­ten Daten, die aus dem Proto­col S verfüg­bar seien, würden weite­re klini­sche Unter­su­chun­gen erfor­dern, um den Befund zu klären, so das Resü­mee der US-ameri­ka­ni­schen Studienautoren.

(isch)

Autoren: Maguire MG et al.
Korrespondenz: Maureen G. Maguire; Department of Ophthalmology, University of Pennsylvania, Philadelphia.
Studie: Visual Field Changes Over 5 Years in Patients Treated With Panretinal Photocoagulation or Ranibizumab for Proliferative Diabetic Retinopathy
Quelle: JAMA Ophthalmol 2020; Jan 30
Web: https://doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2019.5939

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