Pädia­tri­sches Glau­kom und Thera­pie mit Prostaglandin-Analoga

Risiko für Uveitis ist bei unauffälliger Anamnese eher nicht erhöht

3. Juli 2022

ROCHESTER (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung zufol­ge führt eine Thera­pie mit Prosta­glan­din-Analo­ga (PGA)-Augentropfen bei Kindern mit Glau­kom, bei denen keine intrao­ku­lä­re Inflamma­ti­on in der Vorge­schich­te bekannt ist, nicht zu einer PGA-indu­zier­ten Uvei­tis. Laut den Autoren der Arbeit kann jedoch nicht – aufgrund der Studi­en­ergeb­nis­se – beur­teilt werden, ob PGA ein uvei­ti­sches Rezi­div indu­zie­ren oder das Ausschlei­chen einer Thera­pie mit Corti­cos­te­ro­iden bei bekann­ter Uvei­tis erschwe­ren können.

In ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die nahmen die Wissen­schaft­ler 103 Kinder (147 Augen) mit unter­schied­li­chen Glau­kom­for­men auf, die im Zeit­raum 1. Januar 2012 bis 31. Dezem­ber 2018 in 2 US-ameri­ka­ni­schen Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern für pädia­tri­sche Ophthal­mo­lo­gie mit PGA (gesam­te PGA-Expo­si­ti­on 1352 Kinder­mo­na­te) behan­delt wurden. Einge­schlos­sen wurden Kinder mit Glau­kom­for­men verschie­dens­ter Ätio­lo­gien, einschließ­lich solche mit Uvei­tis-beding­tem Sekun­där­glau­kom. Pati­en­ten, die bereits vor Studi­en­be­ginn PGA appli­zier­ten, wurden ausge­schlos­sen. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de der Kinder im 1. Jahr der PGA-Behand­lung im Hinblick auf eine neu diagnos­ti­zier­te Uvei­tis bzw. auf ein Rezi­div einer bekann­ten Uveitis.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Thera­pie mit PGA in 98 Fällen (95,14%; 142 Augen) ohne Anzei­chen für eine intrao­ku­lä­re Entzün­dung gut vertra­gen wurde. Demge­gen­über stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass 5 Kindern (4,6%), bei denen eine Uvei­tis bekannt war, im Laufe des Unter­su­chungs­zeit­raums ein unila­te­ra­les Rezi­div entwi­ckel­ten. Die Forschen­den konsta­tier­ten jedoch, dass bei diesen Kindern eine Thera­pie mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden oder eine Medi­ka­ti­on mit Immun­sup­pres­si­va ordi­niert bzw. selbst­stän­dig redu­ziert wurde. Die Studi­en­grup­pe vermu­tet daher, dass der Uvei­tis-Schub wahr­schein­li­cher aufgrund des Ausschlei­chens der anti­in­flamma­to­ri­schen Thera­pie auftrat und nicht ursäch­lich auf die PGA-Thera­pie zurück­zu­füh­ren war.

(tt)

Autoren: Bello NR et al.
Korrespondenz: Alex V Levin; alex_levin@urmc.rochester.edu
Studie: The risk of uveitis due to prostaglandin analogs in pediatric glaucoma
Quelle: J AAPOS 2022; May 10;S1091-8531(22)00097-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.jaapos.2022.03.004

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