Pädia­tri­sche ante­rio­re Uveitis

Frühzeitige individuelle Therapie ist essenziell

3. Juli 2022

BOSTON (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit schrei­ben, sind bei Kindern mit ante­rio­rer Uvei­tis (AU) ein früh­zei­ti­ger Thera­pie­be­ginn mit immun­mo­du­la­to­ri­schen Substan­zen (IMT) nach einem Stufen­plan und ein indi­vi­du­el­ler Wech­sel zu einer ande­ren Wirk­stoff­klas­se bei einem Nicht­an­spre­chen erfor­der­lich, um die Inflamma­ti­on zu kontrol­lie­ren und okulä­re Kompli­ka­tio­nen zu reduzieren.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 134 Kindern (191 Augen; medi­a­nes Alter bei Diagno­se 7 Jahre [IQR 7,5 Jahre]), die über einen Zeit­raum von 10 Jahren aufgrund einer AU behan­delt wurden. Die Forschen­den evalu­ier­ten die Art und Dauer der IMT in Abhän­gig­keit von Chro­ni­zi­tät und Ätio­lo­gie der AU. Als Endpunk­te legte die Arbeits­grup­pe u.a. okulä­re Kompli­ka­tio­nen sowie die funk­tio­nel­len Ergeb­nis­se fest.

Die media­ne Beob­ach­tungs­zeit betrug 4 Jahre (IQR 6 Jahre).

Die Forscher ermit­tel­ten als häufigs­te Ursa­che der AU eine juve­ni­le idio­pa­thi­sche Arthri­tis (n=64; 47,8%), gefolgt von einer undif­fe­ren­zier­ten Arthri­tis (n=33; 24,6%). Bei der Gesamt­ko­hor­te wurde eine Thera­pie mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden und Zyklo­ple­gi­ka begon­nen. Nach­fol­gend war bei 94 Kindern (70%) eine Thera­pie mit DMARD (Dise­a­se-Modi­fy­ing-Anti­rheu­ma­tic-Drugs) erfor­der­lich. In 92 Fällen (68,6%) wurde zunächst mit Metho­trex­at (Anti­me­ta­bo­lit [Subs­tanz­klas­se der konven­tio­nel­len, synthe­ti­schen DMARD]) behan­delt. Bei 21 (22%) Pati­en­ten wurde aufgrund von Neben­wir­kun­gen auf einen ande­ren Wirk­stoff umge­stellt, während bei 55 Kindern (41%) ein Biolo­gi­kum (bDMARD) hinzu­ge­fügt wurde. In 21 Fällen (16%) war ein Wech­sel auf ein ande­res Biolo­gi­kum notwen­dig, bei 5 Kindern (3,7%) auf ein weite­res bDMARD und in 1 Fall (0,8%) auf ein wieder­um ande­res Biologikum.

Im Rahmen der fina­len Kontrol­le konsta­tier­ten die Uvei­tis­spe­zia­lis­ten, dass die Inflamma­ti­on bei 11 Kindern (8%) persis­tier­te, während in 55 Fällen (41%) okulä­re Kompli­ka­tio­nen auftra­ten. Demge­gen­über verzeich­ne­ten 113 Kinder (84%) eine best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe von ≥0,5 dezimal.

(tt)

Autoren: Huynh E et al.
Korrespondenz: Bharti R Nihalani; bharti.gangwani@childrens.havard.edu
Studie: Paediatric anterior uveitis management in the USA: a single-centre, 10-year retrospective chart review exploring the efficacy and safety of systemic immunomodulatory therapy
Quelle: Eye (Lond) 2022; Jun 1 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-022-02121-3

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