Opti­sche Kohärenztomographie

Berührungslose Bildgebung mithilfe eines Roboter-Scanners

21. September 2021

DURHAM (Bier­mann)  Die opti­sche Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT) wird heut­zu­ta­ge routi­ne­mä­ßig zur Diagno­se und Über­wa­chung  von Pati­en­ten mit verschie­de­nen Augen­er­kran­kun­gen einge­setzt. Es handelt sich um große Tisch­in­stru­men­te, die von geschul­tem Perso­nal bedient werden und zur Posi­tio­nie­rung und Bewe­gungs­re­duk­ti­on des Pati­en­ten eine Kinn- und Stirn­stüt­ze für die mecha­ni­sche Stabi­li­sie­rung erfordern.

Tech­ni­ker und Ärzte der Duke-Univer­si­tät in Durham (USA) haben nun einen OCT-Scan­ner entwi­ckelt, der an einem Robo­ter montiert ist. Damit sei es laut den Autoren möglich, eine auto­no­me berüh­rungs­freie bild­ge­ben­de Diagnos­tik der Augen von frei­ste­hen­den Perso­nen in weni­ger als 1 Minute, in gewis­sem Abstand zum Robo­ter, ohne Eingriff des Bedie­ners und ohne  Kopf­sta­bi­li­sie­rung zu ermög­li­chen. Es könnte somit logis­tisch einfa­cher werden, auch außer­halb spezia­li­sier­ter Augen­kli­ni­ken, eine große Anzahl an Pati­en­ten mit Augen­er­kran­kun­gen wie bspw. Glau­kom, diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie oder alters­ab­hän­gi­ger Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on zu erfas­sen und zu kontrol­lie­ren. Dies sei im Einklang mit den neus­ten Entwick­lun­gen der künst­li­chen Intel­li­genz, OCT-Bilder mithil­fe des maschi­nel­len Lernens genau inter­pre­tie­ren zu können.

Der Pati­ent steht vor dem Robo­ter, wobei 3‑D-Kame­ras links und rechts am Robo­ter befes­tigt sind, um den Pati­en­ten im Raum zu detek­tie­ren. Klei­ne­re Kame­ras im Robo­ter­arm suchen Orien­tie­rungs­punk­te im Auge, um den Scan­ner präzi­se zu posi­tio­nie­ren. Das System kann sowohl die Makula als auch die Cornea, und zukünf­tig auch die komplet­te Retina scan­nen. Bewe­gun­gen des Pati­en­ten werden vom Robo­ter direkt ausge­gli­chen. Aufgrund der Berüh­rungs­lo­sig­keit bestehen keine hygie­ni­schen Probleme.

Die Wissen­schaft­ler haben gezeigt, dass der Robo­ter-OCT-Scan­ner die Erfas­sung volu­metri­scher OCT-Daten­sät­ze ermög­licht, die mit der Quali­tät der gängi­gen klini­schen OCT-Tisch­sys­te­men vergleich­bar sind, um wich­ti­ge anato­mi­sche Struk­tu­ren für die Behand­lung von häufi­gen Augen­er­kran­kun­gen darzustellen.

(tt)

Autoren: Draelos M et al.
Korrespondenz: Mark Draelos; mark.draelos@duke.edu
Studie: Contactless optical coherence tomography of the eyes of freestanding individuals with a robotic scanner
Quelle: Nat Biomed Eng 2021; Jul;5(7):726-736.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41551-021-00753-6

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