Ophthal­mo­ple­gie als immun­ver­mit­tel­te Nebenwirkung

Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren sollte interdisziplinär überwacht werden

21. September 2021

CHENGDU (Bier­mann) – Bei den Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren (ICI) handelt es sich um immu­n­on­ko­lo­gi­sche Thera­peu­ti­ka, die als mono­k­lo­na­le Anti­kör­per inhi­bi­to­ri­sche Immun­check­points blockie­ren können. Die ICI werden immer häufi­ger bei Lungen­kar­zi­no­men einge­setzt, jedoch wurde über ihre okulä­ren immun­ver­mit­tel­ten uner­wünsch­ten Ereig­nis­se (irAE) in dem Zusam­men­hang bisher wenig berichtet.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass okulä­re irAE als Folge von ICI bei Lungen­krebs sehr häufig vorkom­men können, insbe­son­de­re eine Ophthal­mo­ple­gie. Zusätz­lich spiele die Ethnie der Pati­en­ten sowie die Art der ICI eine wich­ti­ge Rolle dabei, welches okulä­re Gewebe betrof­fen sein könnte. Es sei essen­zi­ell, vor allem bei ICI-asso­zi­ier­ter Ophthal­mo­ple­gie mit frühem Beginn und schlech­ter Progno­se inter­dis­zi­pli­när zusam­men­zu­ar­bei­ten und eine zeit­na­he Thera­pie einzu­lei­ten. Das schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Studie.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten im Rahmen ihres Reviews eine Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed bis April 2021 durch und schlos­sen Studi­en ein, bei denen okulä­re irAE als Folge von ICI bei Lungen­krebs beschrie­ben worden waren.

Die Forscher ermit­tel­ten 79 Fälle, bei denen als häufigs­te okulä­re irAE eine Ophthal­mo­ple­gie (40,51%), eine Uvei­tis (20,25%) sowie ein Syndrom des trocke­nen Auges (17,72%) auftra­ten. Des Weite­ren fanden die Exper­ten heraus, dass die Mehr­heit der Pati­en­ten in den ersten 10 Wochen nach Beginn der ICI-Thera­pie eine Ophthal­mo­ple­gie oder Uvei­tis entwi­ckel­ten, wohin­ge­gen sich das Syndrom des trocke­nen Auges und andere okulä­re irAE erst nach Mona­ten zeigten.

Als häufigs­te Mani­fes­ta­ti­on der Ophthal­mo­ple­gie trat eine Ptosis (36,71%) auf, die bei allen Pati­en­ten von einer immun­ver­mit­tel­ten Myas­the­nia gravis (irMG) beglei­tet war, weswe­gen die Morta­li­täts­ra­te bei 23,33% lag.

Darüber hinaus wiesen die Ophthal­mo­lo­gen nach, dass asia­ti­sche Pati­en­ten sowie Pati­en­ten mit einer Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie aus PD-1- und CTLA-4-Inhi­bi­to­ren häufi­ger an Ophthal­mo­ple­gie litten als an ande­ren okulä­ren irAE.

92,31% der Pati­en­ten mit ande­ren okulä­ren irAE als der Ophthal­mo­ple­gie konn­ten erfolg­reich behan­delt werden.

(tt)

Autoren: Zhou L et al.
Korrespondenz: Xin Wie; weixin_1982@163.com
Studie: Ocular Immune-Related Adverse Events Associated With Immune Checkpoint Inhibitors in Lung Cancer
Quelle: Front Immunol 2021; Aug 24;12:701951.
Web: dx.doi.org/10.3389/fimmu.2021.701951

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