Ophthal­mo­lo­gi­sche Eingrif­fe im COVID-19-Lockdown

Starker Rückgang bedrohte augenärztliche Versorgung

24. Januar 2022

CAMPOBASSO (Bier­mann)  Der Lock­down im Rahmen der COVID-19-Pande­mie im Früh­jahr 2020 führte welt­weit zu einem massi­ven Rück­gang ophthal­mo­chir­ur­gi­scher Maßnah­men. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun eine quan­ti­ta­ti­ve Analy­se zu den redu­zier­ten chir­ur­gi­schen Inter­ven­tio­nen in Itali­en durchgeführt.

Die Forschen­den vergli­chen die Anzahl der Eingrif­fe 2 Monate nach Beginn des Lock­downs (Studi­en­zeit­raum 11.3.–9.5.2020) mit denen der 2 voran­ge­gan­ge­nen Monate (Intra-Kontroll­zeit­raum 10.1.–9.3.2020) sowie des entspre­chen­den Vorjah­res­zeit­rau­mes (Inter-Kontroll­zeit­raum 10.3.–9.5.2019).

In ihre retro­spek­ti­ve Auswer­tung schlos­sen die Wissen­schaft­ler Daten­sät­ze ein, die in 39 akade­mi­schen Kran­ken­häu­sern in Itali­en erho­ben wurden. Darin diffe­ren­zier­ten sie zwischen elek­ti­ven und drin­gen­den Eingrif­fen sowie intra­vit­rea­len Injek­tio­nen. Nach­fol­gend berech­ne­te die Arbeits­grup­pe die Prozent­sät­ze für alle ophthal­mo­chir­ur­gi­schen Inter­ven­tio­nen sowie das Inzi­denz­ra­ten­ver­hält­nis (IRR) für drin­gen­de Eingrif­fe aufgrund einer rheg­ma­to­ge­nen Abla­tio (RRD).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass im Studi­en­zeit­raum 20.886 Pati­en­ten, im Intra-Zeit­raum 55.259 sowie im Inter-Zeit­raum 56.640 Pati­en­ten chir­ur­gisch versorgt wurden.

Des Weite­ren stell­ten sie fest, dass im Studi­en­zeit­raum nur bei 70% der Pati­en­ten, bei denen eine drin­gen­de Operation/intravitreale Injek­ti­on erfor­der­lich war, auch durch­ge­führt wurde. Die übri­gen Pati­en­ten nahmen den Termin aus Angst vor einer Anste­ckung im Kran­ken­haus (23%) oder in öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln (6,5%) nicht wahr, oder weil kein Test für einen Abstrich auf SARS-CoV‑2 verfüg­bar war (0,5%).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten im Studi­en­zeit­raum eine Reduk­ti­on der elek­ti­ven Eingrif­fe um 96,2% und 96,4%, der dring­li­chen Opera­tio­nen um 49,7% bzw. 50,2% sowie der intra­vit­rea­len Injek­tio­nen um 48,5% und 48,6% im Vergleich zum Intra- und Inter-Zeitraum.

Ebenso verrin­ger­te sich die IRR für RDD im Studi­en­zeit­raum signi­fi­kant gegen­über dem Intra- und Inter-Zeit­raum (IRR 0,72; 95%-KI 0,65–0,80; p<0,001 bzw. IRR 0,68; 95%-KI 0,61–0,75; p<0,001).

(tt)

Autoren: dell'Omo R et al.
Korrespondenz: Roberto dell´Omo; roberto.dellomo@unimol.it
Studie: Effect of COVID-19-related lockdown on ophthalmic practice in Italy: A report from 39 institutional centers
Quelle: Eur J Ophthalmol 2022; Jan;32(1):695-703.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721211002442

 

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