Okulä­res Trauma im Krieg

Schutzbrillen zur Vermeidung perforierender Verletzungen dringend angeraten

31. März 2022

LAKHNAU (Bier­mann) – Eine kürz­lich von einer indi­schen Arbeits­grup­pe veröf­fent­lich­te Studie zeigt, dass Augen­ver­let­zun­gen durch Muni­ti­ons­split­ter die häufigs­te Ursa­che für okulä­re Morbi­di­tät in krie­ge­ri­schen Ausein­an­der­set­zun­gen darstel­len. Deshalb soll­ten in solchen Situa­tio­nen Schutz­bril­len getra­gen sowie präven­ti­ve Maßnah­men strikt einge­hal­ten werden, um sowohl die Augen mili­tä­ri­schen Perso­nals als auch die medi­zi­ni­schen und wirt­schaft­li­chen Ressour­cen vor Ort zu schonen.

Die Autoren hatten für ihre Studie Augen­ver­let­zun­gen von Hospi­ta­li­sier­ten analy­siert, die in einem Zeit­raum von 13 Jahren in krie­ge­ri­sche Ausein­an­der­set­zun­gen in Nord­in­di­en verwi­ckelt gewe­sen waren. Für die retro­spek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die wurden die Kran­ken­ak­ten von 458 Pati­en­ten mit Augen­ver­let­zun­gen gesich­tet. Insge­samt wurden 559 Augen mit Verlet­zun­gen unter­sucht. Das Durch­schnitts­al­ter der Opfer lag bei 30 Jahren. 

Auf mili­tä­ri­sche Aktio­nen bzw. Kampf­hand­lun­gen waren 86,5% der Fälle zurück­zu­füh­ren. In 93,9% dieser Fälle waren Muni­ti­ons­split­ter die Ursa­che für die Augenverletzungen. 

Bei 60,36% der in Kampf­hand­lun­gen entstan­de­nen Schä­den handel­te es sich um offene Bulbus­ver­let­zun­gen, bei 31,19% um Kontu­sio­nen und bei 8,45% um Verlet­zun­gen der okulä­ren Adnexe. Bei den offe­nen Verlet­zun­gen waren solche perfo­rie­ren­der Natur mit 76,33% in der Mehr­zahl, während bei 47,74% der geschlos­se­nen Verlet­zun­gen Fremd­kör­per in der Horn­haut gefun­den wurden.

Bei den Augen mit offe­nen Verlet­zung wurden bei 45% korne­al-sklera­le Schä­den beob­ach­tet, bei 28% solche der Sklera und bei 27% kornea­le Schä­di­gun­gen. 15,75% der verletz­ten Augen muss­ten enukle­iert werden.

(ac)

Autoren: Verma S et al.
Korrespondenz: Vivek Sharma; maj_vivek@yahoo.com
Studie: Ocular trauma in counter insurgency and proxy war environment: Epidemiological study, 1992-2004
Quelle: Med J Armed Forces India 202;77(4):390-396.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.mjafi.2020.02.001

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