Okulä­re Tuberkulose

PCR reicht nicht für eine sichere Diagnose aus

6. September 2021

JAKARTA (Bier­mann) – Die okulä­re Tuber­ku­lo­se ist eine selte­ne extra­pul­mo­na­le myko­bak­te­ri­el­le Infek­ti­on und entwi­ckelt sich in der Regel durch häma­to­ge­ne Streu­ung ausge­hend von einer Primär­in­fek­ti­on. Die Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) stellt derzeit die Metho­de der Wahl zur Diagno­se einer okulä­ren Tuber­ku­lo­se dar.

Die Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät der PCR von intrao­ku­lä­ren Flüs­sig­kei­ten blei­ben jedoch unge­wiss. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die diagnos­ti­sche Genau­ig­keit einer PCR auf Myco­bac­te­ri­um tuber­cu­lo­sis (MTb) nicht ausreicht, um die Diagno­se einer okulä­ren Tuber­ku­lo­se stel­len zu können. Das Anspre­chen auf eine anti­tu­ber­ku­lo­ti­sche Thera­pie (ATT) sei ein genaue­rer diagnos­ti­scher Hinweis auf diese Erkran­kung. Ein nega­ti­ves PCR-Ergeb­nis könne den Pati­en­ten dennoch bei unkla­ren Fällen mögli­cher­wei­se eine unnö­ti­ge ATT erspa­ren, so das Resü­mee der Autoren.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine syste­ma­ti­sche Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed, EBSCO­Host, Scopus sowie Google Scho­l­ar durch, um die diagnos­ti­sche Genau­ig­keit von PCR-Tests bei der Bestä­ti­gung einer okulä­ren Tuber­ku­lo­se zu über­prü­fen. Dabei diente das Anspre­chen auf die ATT als Vergleichs­in­diz. Die Forschen­den schlos­sen Beob­ach­tungs­stu­di­en, die sowohl über eine posi­ti­ve PCR auf MTb als auch über ein ATT-Anspre­chen berich­te­ten, ein. Nach­fol­gend schätz­te die Arbeits­grup­pe mithil­fe einer Meta­ana­ly­se die gepool­te Posi­ti­vi­täts­ra­te, die Sensi­ti­vi­tät, die Spezi­fi­tät, die posi­ti­ven und nega­ti­ven Wahr­schein­lich­keits­ver­hält­nis­se, die diagnos­ti­schen Odds Ratios (DOR) sowie die summa­ri­schen Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ven (Summa­ry-Recei­ver-Opera­ting-Curve [SROC]).

Die Forscher ermit­tel­ten eine gepool­te Posi­ti­vi­täts­ra­te für die PCR auf MTb von 0,55 (95%-KI 0,44–0,67). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten eine Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät insge­samt von 88% (95%-KI 83–92) sowie 71% (95%-KI 60–80) fest. Darüber hinaus betrug die gepool­te DOR 12,15 (95%-KI 5,55–26,62) und die Fläche unter der SROC 0,83.

(tt)

Autoren: La Distia Nora R et al.
Korrespondenz: Rina La Distia Nora; rina.ladistia@ui.ac.id
Studie: The diagnostic value of polymerase chain reaction for ocular tuberculosis diagnosis in relation to antitubercular therapy response: a meta-analysis
Quelle: Int J Infect Dis 2021; Aug 6;110:394-402.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ijid.2021.07.075

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