Okulä­re Toxocariasis

Klinische Befunde führen zu sicherer Diagnose

24. Januar 2022

GUANGZHOU (Bier­mann) – Bei der Toxo­ca­ria­sis handelt es sich um eine syste­mi­sche Infek­ti­on mit der Larve eines zu den Nema­to­den gehö­ri­gen Hunde- oder Katzen­spul­wurms. Die Infek­ti­on des Menschen erfolgt durch orale Aufnah­me der Wurmei­er, die aus dem Kot infi­zier­ter Hunde/Katzen über konta­mi­nier­tes Mate­ri­al (Erde, Sand) über­tra­gen werden. Die Larven gelan­gen über den Kreis­lauf in das Auge und lösen eine Entzün­dungs­re­ak­ti­on aus. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun gezeigt, dass die Diagno­se einer okulä­ren Toxo­ca­ria­sis (OT) nicht­in­va­siv über charak­te­ris­ti­sche klini­sche Befun­de mit einer hohen Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät gestellt werden kann.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 175 Pati­en­ten mit unila­te­ra­ler Uveitis/Vitreoretinopathie in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Darin teilte die Arbeits­grup­pe die Pati­en­ten je nach dem immu­no­lo­gi­schen Befund des Enzyme-Linked-Immu­no­sor­bent-Assay (ELISA; Nach­weis von Anti-OT-IgG) in 2 Grup­pen ein. 105 Pati­en­ten bilde­ten die OT- und 70 Pati­en­ten die Nicht-OT-Gruppe.

Die Forschen­den erfass­ten 9 klini­sche Mani­fes­ta­tio­nen und vergli­chen sie zwischen den Grup­pen. Zu den häufigs­ten klini­schen Befun­den zähl­ten retro­len­ta­le Membra­nen (RM), verzweig­te Glas­kör­per­strän­ge (BVS) sowie reti­na­le Granu­lo­me (RG). Diese Befun­de wurden weiter — je nach Auftre­ten — in 3 Kate­go­rien aufgegliedert.

Die 1. Kate­go­rie umfass­te Pati­en­ten mit ≥1 der 3 genann­ten Befun­de, die 2. Kate­go­rie Fälle mit ≥2 der 3 Befun­de und die 3. Kate­go­rie Pati­en­ten mit allen 3 Befunden.

Nach­fol­gend analy­sier­te die Gruppe die klini­sche Sensi­ti­vi­tät und Spezi­fi­tät der 3 Kategorien.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass RM, BVS und RG signi­fi­kant häufi­ger in der OT-Gruppe auftra­ten als in der Nicht-OT-Gruppe.

Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die 1. Kate­go­rie die höchs­te Sensi­ti­vi­tät (100%), jedoch die gerings­te Spezi­fi­tät (62,0%) aufwies. In der 2. Kate­go­rie lag die Sensi­ti­vi­tät bei 80% und die Spezi­fi­tät bei 94,3%. In der 3. Kate­go­rie fand sich die nied­rigs­te Sensi­ti­vi­tät (46,7%), jedoch die höchs­te Spezi­fi­tät (100%).

Der Cut-off-Wert der Fläche unter der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (AUC) betrug 0,85 mit einem 95%-KI von 0,79 bis 0,91.

(tt)

Autoren: Jiang Z et al.
Korrespondenz: Xiaoyan Ding; dingxiaoyan@gzzoc.com
Studie: Non-invasive diagnostic strategy of ocular toxocariasis based on clinical features
Quelle: Retina 2021; Dec 13 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003388

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.