Okulä­re Toxi­zi­tät durch Hydroxychloroquin

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist gefordert

14. Juli 2022

SHANGHAI (Bier­mann) – Das Ziel einer ophthal­mo­lo­gi­schen Scree­ning-Unter­su­chung bei Pati­en­ten mit rheu­ma­to­ider Arthri­tis (RA), die mit Hydro­xychlo­ro­quin (HCQ) behan­delt werden, besteht darin, eine irrever­si­ble HCQ-beding­te Retino- bzw. rever­si­ble Kera­topa­thie zu erken­nen, bevor es zu funk­tio­nel­len Schä­den kommt. Den Autoren einer neuen Arbeit zufol­ge können diese patho­lo­gi­schen Verän­de­run­gen mikro­sko­pisch, elekro­phy­sio­lo­gisch sowie pola­ri­me­trisch früh­zei­tig und objek­tiv veri­fi­ziert werden.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 61 Pati­en­ten mit RA, die HCQ einnah­men und keine klini­schen Netz­haut­ver­än­de­run­gen aufwie­sen (Gruppe 1), 65 Teil­neh­mer mit RA ohne HCQ-Thera­pie (Gruppe 2) sowie 27 gesun­de Kontroll­per­so­nen (Gruppe 3) in ihre retro­spek­ti­ve verglei­chen­de Quer­schnitts­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te die Befun­de der konfo­ka­len Mikro­sko­pie in Bezug auf Horn­haut­ver­än­de­run­gen sowie der mittels der multi­fo­ka­len Elek­tro­re­ti­no­gra­phie (mfERG) gemes­se­nen loka­li­sier­ba­ren zentra­len  elek­tri­schen Rezep­tor­ant­wor­ten bzw. der unter Verwen­dung der Scan­ning-Laser-Pola­ri­me­trie mit varia­bler Horn­haut­kom­pres­si­on (GDxVCC) bestimm­ten Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFLT).

In Gruppe 1 betrug die mitt­le­re HCQ-Thera­pie­dau­er 54,9±15,2 Monate (Bereich 19–96 Monate) und die mitt­le­re kumu­la­ti­ve Dosis 446,1±164,0 g (114–864 g).

Die Forscher ermit­tel­ten bei 45 (73,8%) bzw. 34 (55,7%) Pati­en­ten in Gruppe 1 hyper­re­flek­ti­ve abnor­ma­le Parti­kel bzw. perl­för­mi­ge, gewun­de­ne Fasern in der Horn­haut, während Gruppe 2 und 3 keine kornea­len Verän­de­run­gen aufwie­sen. Des Weite­ren erwies sich die P1-Ampli­tu­de der mfERG in Gruppe 1 bei 5 von den 6 konzen­tri­schen elek­tri­schen ring­för­mi­gen Rezep­tor­ant­wor­ten (R1, 2, 4, 5 und 6; alle p<0,05) als nied­ri­ger gegen­über derje­ni­gen in den ande­ren Grup­pen, während sich die Daten von R1‑6 in Gruppe 2 und 3 nicht signi­fi­kant unter­schie­den. Zudem stell­ten die Exper­ten in Gruppe 1 eine signi­fi­kant gerin­ge­re RNFLT fest als in Gruppe 2 und 3 (p<0,05).

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass weite­re Studi­en erfor­der­lich sind, um die Evidenz der Asso­zia­tio­nen zu bestätigen.

(tt)

Autoren: Qian Y et al.
Korrespondenz: Jun Zou; zoujun70@126.com
Studie: Evaluation of Corneal and Retinal Toxicity in Rheumatoid Arthritis Patients Treated with Hydroxychloroquine
Quelle: Ophthalmic Res 2022; Jun 15 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1159/000525170

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