Okulä­re Syphilis

Läsionen der äußeren Retina und des RPE als bildgebende Biomarker im OCT

29. Juli 2021

ANN ARBOR (Bier­mann) – Die okulä­re Syphi­lis gilt als das Chamä­le­on bei der Uvei­tis. Nahezu alle Formen okulä­rer Entzün­dun­gen können vorkom­men. Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun gezeigt, dass entzünd­li­che Läsio­nen der äuße­ren Netz­haut­schich­ten und des reti­na­len Pigmen­t­epi­thels (RPE) in der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT), welche nicht denen der syphi­li­ti­schen poste­rio­ren plako­iden Chorio­re­t­ini­tis entspre­chen, als zusätz­li­che bild­ge­ben­de Biomar­ker bei der Diagno­se hilf­reich sein können.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 40 Pati­en­ten (62 Augen; Durch­schnitts­al­ter 42,9 ± 12,16 Jahre) mit Syphi­lis-beding­ter intermediärer‑, poste­rio­rer- oder Panu­vei­tis aus 2 Uvei­tis-Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern in Salt Lake City (Utah, USA) und Ann Arbor (Michi­gan, USA) in die retro­spek­ti­ve Fall­stu­die auf.

Bei den Pati­en­ten erfolg­ten sero­lo­gi­sche Syphi­lis-bestä­ti­gen­de Test­ver­fah­ren, OCT-Aufnah­men sowie ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen der Retina durch einen Uveitis-Spezialisten.

Die Arbeits­grup­pe legte als Ziel der Studie fest, die Rolle hyper­re­flek­ti­ver Netz­haut­lä­sio­nen im OCT bei der Diagno­se der Syphi­lis-beding­ten Uvei­tis zu bewerten.

Die US-ameri­ka­ni­schen Forscher ermit­tel­ten im OCT bei 45% der 62 Augen hyper­re­flek­ti­ve pyra­mi­den­för­mi­ge Läsio­nen der äuße­ren Netz­haut­schich­ten sowie des RPE. 54% der Augen mit diesen bild­ge­ben­den Befun­den wiesen bei der ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung keine plako­iden Netz­haut­lä­sio­nen auf. Die Exper­ten stell­ten bei 68% der im OCT diagnos­ti­zier­ten Läsio­nen der äuße­ren Netz­haut­schich­ten und des RPE fest, dass diese nach erfolg­ter anti­sy­phi­li­ti­scher Anti­bio­ti­ka­the­ra­pie in Remis­si­on gingen.

Darüber hinaus zeigte sich, dass bei der Diagno­se­stel­lung die Sehschär­fe von normal (20/20) bis zu Nulla Lux mit einem Mittel­wert von 20/43 reich­te, sich jedoch nach der Behand­lung signi­fi­kant auf eine mitt­le­re Sehschär­fe von 20/26 verbes­ser­te (p<0,05).

Visus­be­dro­hen­de Kompli­ka­tio­nen traten bei <0,5% der Augen auf und beinhal­te­ten sowohl behan­del­ba­re als auch irrever­si­ble Ursa­chen im Sinne von Abla­tio­nes, zysto­iden Maku­la­ö­de­men sowie Optikusneuropathien.

(tt)

Autoren: Hu KS et al.
Korrespondenz: Christopher D. Conrady; cconrady@med.umich.edu
Studie: Pyramidal Inflammatory Deposits of the Retinal Pigment Epithelium and Outer Retina in Ocular Syphilis.
Quelle: Ophthalmol Retina 2021; Jul 2; S2468-6530(21)00207-4.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.oret.2021.06.011

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.