Okulä­re Syphilis

Ergänzende vitreale Antikörper-Tests können Diagnose sichern

11. Februar 2022

BANGKOK (Bier­mann) – Die syphi­li­ti­sche Uvei­tis (SU) stellt sich oft mit unein­heit­li­chen klini­schen Befun­den dar. Neben der Syphi­lis-Sero­lo­gie könn­ten zusätz­li­che Tests zu nichttre­po­n­e­ma­len und trepo­n­e­ma­len Anti­kör­pern im Glas­kör­per helfen, die präsum­ti­ve Diagno­se zu veri­fi­zie­ren, und eine zeit­na­he Thera­pie einzu­lei­ten, so die Autoren einer aktu­el­len Studie.

In ihre prospek­ti­ve Fall-Kontroll-Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum Mai 2017 bis Januar 2020 insge­samt 38 Pati­en­ten ein, die sich mit einer poste­rio­ren Uvei­tis vorstell­ten und bei denen eine Syphi­lis-Sero­lo­gie aus Blut­se­rum sowie aus Glas­kör­per­pro­ben durch­ge­führt wurde.

Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten in 2 Haupt­grup­pen mit 2 Unter­grup­pen ein.

Gruppe 1 bilde­ten 19 Pati­en­ten (35 Augen), die im nichttre­po­n­e­ma­len Test (Rapid-Plasma-Reagin [RPR]) sowie in einem spezi­fi­schen Trepo­n­e­ma-Anti­kör­per­test (Enzy­m­im­mu­no­as­say [EIA] oder Fluo­res­zenz-Trepo­n­e­ma-Anti­kör­per-Absorp­ti­ons­test [FTA-ABS]) posi­tiv getes­tet wurden. Bei diesen Pati­en­ten leite­te die Arbeits­grup­pe eine Thera­pie mit Penicillin‑G oder Ceftria­zon ein, und bewer­te­te die Akti­vi­tät der SU 1 Woche, 2 Wochen und 4 Wochen nach Therapiebeginn.

Nach­fol­gend umfass­te die Unter­grup­pe 1A 14 Pati­en­ten (27 Augen), die bei Erst­vor­stel­lung rele­van­te SU-Befun­de aufwie­sen, und bei denen inner­halb von 2–4 Wochen nach Thera­pie­be­ginn eine signi­fi­kan­te Befund­ver­bes­se­rung eintrat.

Zu der Gruppe 1B zähl­ten 5 Pati­en­ten (8 Augen), von denen in 3 Fällen andere Ursa­chen (trotz posi­ti­ver Sero­lo­gie) gefun­den und bei 2 Pati­en­ten nur gerin­ge Anti­kör­per­spie­gel gemes­sen wurden. Kein Pati­ent sprach auf die Medi­ka­ti­on an.

Bei den 19 Pati­en­ten in Gruppe 2 mit nega­ti­ver Syphi­lis-Sero­lo­gie im Serum, trat im Glas­kör­per­punk­tat ebenso kein posi­ti­ves Test­ergeb­nis auf.

Die Autoren resü­mie­ren, dass der empfind­lichs­te Test zum Nach­weis von Trepo­n­e­ma-Anti­kör­pern im Glas­kör­per der EIA (90,9%) war, gefolgt vom RPR (80,0%) sowie vom FTA-ABS-IgG (78,9%).

Der EIA und der FTA-ABS wiesen die höchs­te Spezi­fi­tät auf und detek­tier­ten 100% der Treponema-Antikörper.

(tt)

Autoren: Silpa-Archa S et al.
Korrespondenz: Sukhum Silpa-Archa; sukhumsilp@gmail.com
Studie: Appraisal of vitreous syphilis antibody as a novel biomarker for the diagnosis of syphilitic uveitis: a prospective case-control study
Quelle: Eye (Lond) 2022; Jan 16 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-021-01902-6

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