Okulä­re Sarkoidose

Interdisziplinäre Kommunikation ist wichtig

6. April 2021

AUCKLAND (Bier­mann) Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass neben einer sarko­ido­se­be­ding­ten Uvei­tis häufig auch andere Organe des Körpers betrof­fen sind. Zusätz­lich finden sich Unter­schie­de in der klini­schen Mani­fes­ta­ti­on der Uvei­tis und zwischen verschie­de­nen ethni­schen Gruppen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 362 Pati­en­ten (226 weib­lich; 62,4%) mit gesi­cher­ter oder vermu­te­ter sarko­ido­se­be­ding­ter Uvei­tis in die retro­spek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die auf. Sie analy­sier­ten Daten aus klini­schen Aufzeich­nun­gen, bild­ge­ben­den Verfah­ren sowie Unter­su­chungs­be­fun­den aus dem Moor­fiel­ds Eye Hospi­tal, London (Groß­bri­tan­ni­en), dem Royal Victo­ria Eye and Ear Hospi­tal, Dublin (Irland) sowie dem Auck­land District Health Board (Neusee­land). Die Diagno­se der Sarko­ido­se wurde gemäß den Leit­li­ni­en des Inter­na­tio­nal Work­shops on Ocular Sarco­ido­sis (IWOS) gestellt. Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 46 Jahre.

Die Arbeits­grup­pe fand als häufigs­te okulä­re Mani­fes­ta­ti­on eine granu­lo­ma­tö­se ante­rio­re Uvei­tis (47,8%), eine inter­me­diä­re Uvei­tis mit Glas­kör­per­ver­dich­tung („Snow­balls“; 46,4%) sowie eine multi­fo­ka­le Choro­idi­tis (43,1%). Eine bila­te­ra­le Betei­li­gung zeigte sich bei 313 Pati­en­ten (86,5%). Weiter­hin stell­ten die Forscher eine Peri­ph­le­bi­tis (21%) und ein isolier­tes Granu­lom an der Papil­le oder choro­ida­le Granu­lo­me (11,3%) fest.

Als zusätz­li­che Organ­ma­ni­fes­ta­ti­on trat eine pulmo­na­le Paren­chym-Erkran­kung (200 Pati­en­ten; 55,2%), eine kutane Sarko­ido­se (98 Pati­en­ten; 27,1%), eine Arthri­tis (57 Pati­en­ten; 15,7%), eine Leber­be­tei­li­gung (21 Pati­en­ten; 5,8%), eine Neuro­sar­ko­ido­se (49 Patienten;13,5%) sowie eine kardia­le Sarko­ido­se (16 Pati­en­ten; 4,4%) auf.

Bei Pati­en­ten mit kardia­ler Sympto­ma­tik bestand weni­ger häufig eine granu­lo­ma­tö­se ante­rio­re Uvei­tis (p=0,017). Pati­en­ten aus Europa waren zu Studi­en­be­ginn älter (48 vs.41 Jahre; p=0,009) und litten selte­ner an einer granu­lo­ma­tö­sen ante­rio­ren Uvei­tis (26,4% vs. 51,7%; p<0,001) oder einer kuta­nen Betei­li­gung (23,1% vs. 35,4%; p=0,040).

Die Autoren beto­nen, dass es bei einer okulä­ren Sarko­ido­se erfor­der­lich sei, andere Fach­dis­zi­pli­nen mit einzu­be­zie­hen, zumal damit mögli­che Kompli­ka­tio­nen in ande­ren Orga­nen vermie­den werden könnten.

(tt)

Autoren: Niederer RL et al.
Korrespondenz: Rachael Niederer; r.niederer@auckland.ac.nz
Studie: Systemic associations of sarcoid uveitis: correlation with uveitis phenotype and ethnicity
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Mar 15;S0002-9394(21)00116-1.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.003

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