Okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen bei syste­mi­schem Lupus erythematodes

Augenbeteiligung korreliert mit Krankheitsaktivität

6. Januar 2022

BIRMINGHAM (Bier­mann) – Beim syste­mi­schen Lupus erythe­ma­to­des (SLE) handelt es sich um eine chro­nisch-rezi­di­vie­ren­de Auto­im­mun­erkran­kung, die verschie­de­ne Organe betref­fen kann. Bei etwa einem Drit­tel der Pati­en­ten entwi­ckelt sich eine Augen­be­tei­li­gung, die breit gefä­chert auftre­ten kann und mit der Krank­heits­ak­ti­vi­tät korreliert.

Der Akti­vi­täts­in­dex 2004 der British Isles Lupus Assess­ment Group (BILAG) erfass­te 13 okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen des akti­ven SLE, im Gegen­satz zu denen, die mit frühe­rer Krank­heits­ak­ti­vi­tät und/oder den Folgen der Thera­pie zusam­men­hin­gen. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass, obwohl die Präva­lenz von Augen­er­kran­kun­gen aufgrund eines akti­ven SLE selten ist, doch ein Zusam­men­hang mit einer schwe­ren Form des SLE mit gene­ra­li­sier­tem Befall ande­rer Organe bestehen kann.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine syste­ma­ti­sche Lite­ra­tur­re­cher­che in Ovid MEDLINE und EMBASE bis Juli 2020 durch, um mittels Kohorten‑, Fall­kon­troll- und Quer­schnitts­stu­di­en die Häufig­keit okulä­rer Mani­fes­ta­tio­nen im Rahmen eines akti­ven SLE zu evaluieren.

Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te 22 Studi­en, welche die Auswahl­kri­te­ri­en erfüll­ten. Die meis­ten Studi­en wiesen jedoch kleine Stich­pro­ben auf und wurden mit einem hohen Risiko für metho­di­sche Verzer­run­gen bewer­tet. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Anzahl und Quali­tät der Studi­en zu gering war, um die Inzi­denz der Augen­er­kran­kun­gen sicher einzuschätzen.

Des Weite­ren liefert keine der Studi­en epide­mio­lo­gi­sche Daten zur Inflamma­ti­on der Orbita, Myosi­tis oder Prop­to­sis. Die Reti­no­lo­gen stell­ten aller­dings fest, dass die Präva­lenz aller ande­ren okulä­ren Mani­fes­ta­tio­nen, mit Ausnah­me der reti­na­len, vaso­ok­klu­si­ven Erkran­kun­gen, bei <5% lag. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass eine reti­na­le Vasku­li­tis, eine Uvei­tis und isolier­te Cotton-Wool-Herde tenden­zi­ell mit einer akti­ve­ren Form des SLE asso­zi­iert waren.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass weite­re Studie erfor­der­lich sind, um die Inzi­denz und die Risi­ko­fak­to­ren für eine okulä­re Betei­li­gung beur­tei­len zu können.

(tt)

Autoren: Jawahar N et al.
Korrespondenz: John A Reynolds; j.a.reynolds.1@bhm.ac.uk
Studie: Epidemiology of disease-activity related ophthalmological manifestations in Systemic Lupus Erythematosus: A systematic review
Quelle: Lupus 2021; Dec 20;9612033211050337.
Web: dx.doi.org/10.1177/09612033211050337

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