Okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen bei HIV/AIDS-Pati­en­ten

Rate an Uveitiden ist in den letzten zwei Jahrzehnten rasant angestiegen

20. Mai 2022

PEKING (Bier­mann) – Bei HIV/AIDS-Pati­en­ten treten als häufigs­te okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen eine Cyto­me­ga­lie-Retini­tis (CMV‑R), gefolgt von einer Uvei­tis sowie einer HIV-Reti­no­pa­thie auf. Eine neue Veröf­fent­li­chung hat nun gezeigt, dass der Anteil an HIV/AIDS-Pati­en­ten mit CMV‑R und HIV-Reti­no­pa­thie im Laufe der voran­ge­gan­ge­nen 18 Jahre stabil geblie­ben ist, während die Rate an Uveiti­den einen signi­fi­kan­ten Anstieg erfah­ren hat. Eine zeit­na­he ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung habe laut den Autoren der Arbeit daher höchs­te Prio­ri­tät, um visus­be­dro­hen­de okulä­re Kompli­ka­tio­nen zu verhindern.

In ihre retro­spek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die nahmen die Wissen­schaft­ler 264 HIV/AIDS-Pati­en­ten (528 Augen) auf, die sich im Zeit­raum 2001 bis 2018 in der Augen­kli­nik des Peking Union Medi­cal Colle­ge Hospi­tals (China) vorstell­ten. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te alle ophthal­mo­lo­gi­schen Befun­de sowie die Anga­ben der Pati­en­ten in Bezug auf demo­gra­fi­sche Merk­ma­le und medi­zi­ni­sche Anamne­se sowie Daten zum Immunstatus.

Zusätz­lich vergli­chen die Forschen­den mithil­fe des Krus­kal-Wallis-Tests oder des Mann-Whit­ney-Tests konti­nu­ier­li­che Varia­blen und mittels des Pearson´s Chi-Quadrat-Tests oder des Fisher´s exak­ten Tests kate­go­ria­le Variablen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass ein signi­fi­kan­ter Anstieg der HIV-Anste­ckung bei Männern über den sexu­el­len Kontakt zu verzeich­nen war. Ebenso gestei­gert zeigte sich auch die Inzi­denz für eine HIV/AIDS-Syphi­lis-Koin­fek­ti­on (alle p<0,001). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass nach dem Jahr 2003 eine höhere Anzahl an Pati­en­ten mit einer anti­re­tro­vi­ra­len Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie behan­delt wurden, sodass weni­ger Pati­en­ten eine syste­mi­sche Ausbrei­tung der HIV-Infek­ti­on aufwie­sen (p<0,001).

Im Hinblick auf die Rate an Pati­en­ten mit CMV‑R und HIV-Reti­no­pa­thie konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen über den gesam­ten Studi­en­zeit­raum keine signi­fi­kan­ten Verän­de­run­gen (p=0,149 und p=0,643). Demge­gen­über erhöh­te sich der Anteil an Pati­en­ten mit Uvei­tis signi­fi­kant von 1,14% auf 19,32% (p<0,001).

(tt)

Autoren: Di Y et al.
Korrespondenz: Junjie Ye; yejunjie_xh@163.com
Studie: Temporal trends in ocular manifestations of HIV/AIDS patients in the past 18 years in a tertiary hospital in China
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; Apr 23 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05660-3

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