Okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen bei chro­nisch-entzünd­li­chen Darmerkrankungen

Assoziation tritt seltener als angenommen auf

13. September 2022

NANCY (Bier­mann) – Wie die Verfas­ser einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung schrei­ben, tritt bei Pati­en­ten mit chro­nisch-entzünd­li­chen Darm­er­kran­kun­gen (CED) in <5% der Fälle eine ophthal­mo­lo­gi­sche extrain­tes­ti­na­le Betei­li­gung auf. Dieses Pati­en­ten­kol­lek­tiv leidet laut den Autoren der Arbeit am häufigs­ten an einem trocke­nen Auge, gefolgt von einer Uvei­tis. Ein Zusam­men­hang zwischen den Krank­heits­merk­ma­len der CED und den okulä­ren Mani­fes­ta­tio­nen besteht jedoch nicht.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 1432 Pati­en­ten mit CED ein, die im Zeit­raum Januar 2013 bis Juli 2020 inter­nis­tisch kontrol­liert wurden. Von diesen stan­den 87 Pati­en­ten (6,1%) im entspre­chen­den Zeit­raum unter ophthal­mo­lo­gi­scher Kontrol­le. Die Arbeits­grup­pe teilte diese Kohor­te in 2 Grup­pen auf. Die erste Gruppe bilde­ten Pati­en­ten, deren augen­ärzt­li­che Diagno­se als „asso­zi­iert mit der CED“ ange­nom­men wurde. Die zweite Gruppe umfass­te Fälle, deren ophthal­mo­lo­gi­scher Befund als „nicht mit der CED zusam­men­hän­gend“ einge­stuft wurde.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 53 der 1432 Pati­en­ten mit CED (3,7%; 53 der 87 ophthal­mo­lo­gi­schen Pati­en­ten: 61%) entwe­der eine okulä­re extrain­tes­ti­na­le Mani­fes­ta­ti­on der CED oder eine aufgrund der CED-Behand­lung beding­te iatro­ge­ne okulä­re Erkran­kung aufwie­sen. Demge­gen­über nahmen die Exper­ten bei 34 der 1432 Fälle mit CED (2,4%; 34 der 87 ophthal­mo­lo­gi­schen Pati­en­ten: 39%) eine nicht mit der CED-asso­zi­ier­te Augen­er­kran­kung an.

Des Weite­ren stell­ten die Forschen­den fest, dass sich inflamma­to­ri­sche Augen­ober­flä­chen­pa­tho­lo­gien als die häufigs­ten ophthal­mo­lo­gi­schen Erkran­kun­gen darstell­ten (29/87; 33,2%), welche trocke­ne Augen (15/29; 52%), Blepha­riti­den (9/29; 31%) sowie Chala­zio­nes (5/29; 17%) beinhal­te­ten. Uveiti­den traten am zweit­häu­figs­ten mit 14,9% (13/87) auf, gefolgt von Episkle­riti­den (5/87; 5,7%) sowie Skle­riti­den (2/87; 2,3%). Zudem konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen keine statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwischen ophthal­mo­lo­gi­schen Erkran­kun­gen, die mit einer CED asso­zi­iert gegen­über solchen, die nicht asso­zi­iert waren.

(tt)

Autoren: Cuny A et al.
Korrespondenz: Laurent Peyrin-Biroulet; peyrinbiroulet@gmail.com
Studie: Ocular Manifestations in Patients with Inflammatory Bowel Disease in the Biologics Era
Quelle: J Clin Med 2022; Aug 4;11(15):4538.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm11154538

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