Okulä­re Kompli­ka­tio­nen nach SARS-CoV-2-Impfung

Immunologische Faktoren spielen eine Rolle

24. Januar 2022

REGGIO EMILIA (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie berich­ten, könn­ten okulä­re Kompli­ka­tio­nen nach einer SARS-CoV-2-Impfung mit der Fähig­keit der Impf­stof­fe zusam­men­hän­gen, immu­no­lo­gi­sche Signal­we­ge, dysre­gu­lier­te Zyto­kin­ex­pres­si­on sowie throm­bo­em­bo­li­sche Ereig­nis­se über eine Throm­bo­zy­ten­ak­ti­vie­rung und ‑aggre­ga­ti­on auszulösen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv im Zeit­raum Januar bis Okto­ber 2021 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen der Abtei­lung für okulä­re Immu­no­lo­gie des loka­len Gesund­heits­diens­tes in Reggio Emilia (Itali­en) zu 34 Pati­en­ten (42 Augen; Durch­schnitts­al­ter 49,8 Jahre [Bereich 18–83 Jahre]; 20 Frauen) mit Uvei­tis und ande­ren okulä­ren Kompli­ka­tio­nen nach einer SARS-CoV-2-Impfung.

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten folgen­de Fälle: 3 herpe­ti­sche Kera­tit­i­den, 2 ante­rio­re Skle­riti­den, 5 ante­rio­re Uveiti­den, 3 Toxo­plas­ma-beding­te Reti­no­cho­ro­idit­i­den, 2 Vogt-Koya­nagi-Harada (VKH)-Rezidive, 2 Pars Planit­i­den, 2 reti­na­le Vasku­lit­i­den, 1 bila­te­ra­le Panu­vei­tis bedingt durch einen neu aufge­tre­te­nen Morbus Behçet, 3 Multi­ple-Evane­scent-White-Dot-Syndro­me (MEWDS), 1 akute Makulo-Neuro­re­ti­no­pa­thie (AMN), 5 reti­na­le Venen­ver­schlüs­se (RVO), 1 nicht arte­ri­iti­sche ischä­mi­sche Opti­kus­neu­ro­pa­thie (NAION), 3 Rezi­di­ve einer myopi­schen oder uvei­ti­schen choro­ida­len Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran (CNV) sowie 1 Chorio­re­ti­no­pa­thia centra­lis serosa (CSC).

Die mitt­le­re Zeit zwischen der Impfung und dem Beginn der okulä­ren Ereig­nis­se betrug 9,4 Tage (Bereich 1–30 Tage).

Die Forscher stell­ten fest, dass 23 Fälle nach einer Impfung mit dem mRNA-Impf­stoff von BioNTech/ Pfizer (BNT162b2), 7 nach dem adeno­vi­ra­len Vektor­i­mpf­stoff von Astra­Ze­ne­ca (ChAdOx1), 3 nach dem mRNA-Impf­stoff von Moder­na (mRNA-1273) und 1 Fall nach einer Impfung mit dem adeno­vi­ra­len Vektor­i­mpf­stoff von Janssen-Johnson&Johnson (Ad.26.CoV2.S) auftraten.

Die Autoren unter­strei­chen, dass weite­re Studi­en mit länge­rer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit erfor­der­lich sind, um den Zusam­men­hang zwischen SARS-CoV-2-Impf­stof­fen und dem Wieder­auf­tre­ten oder der Neuent­wick­lung einer Uvei­tis und ande­ren okulä­ren Kompli­ka­tio­nen zu bestätigen.

(tt)

Autoren: Bolletta E et al.
Korrespondenz: Elena Bolletta; elena.bolletta@ausl.re.it
Studie: Uveitis and Other Ocular Complications Following COVID-19 Vaccination
Quelle: J Clin Med 2021; Dec 19;10(24):5960.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10245960

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.