Okulä­re Betei­li­gung bei Vitiligo

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist erforderlich

27. April 2022

TAIPEH (Bier­mann) – Bei der Viti­li­go (Weiß­fle­cken­krank­heit) handelt es sich um eine Auto­im­mun­erkran­kung gegen kutane Mela­no­zy­ten, die zu einer Depig­men­tie­rung der Haut führt. Da der Zusam­men­hang zwischen Viti­li­go und verschie­de­nen okulä­ren Befun­den, insbe­son­de­re Uvei­tis, Sicca-Syndrom, Glau­kom oder Netz­haut­er­kran­kun­gen bislang noch nicht geklärt ist, haben die Autoren eine aktu­el­le Meta-Analy­se durch­ge­führt, die diese These einer Asso­zia­ti­on unterstützt.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Lite­ra­tur­re­cher­che – bis 10. Dezem­ber 2020 – in PubMed, Embase, Web of Science und Coch­ra­ne durch, um Studi­en zu finden, die den Zusam­men­hang zwischen okulä­ren Verän­de­run­gen und Viti­li­go unter­such­ten. Ausge­schlos­sen wurden Studi­en, die Pati­en­ten mit Sjögren-Syndrom oder mit der Vogt-Koya­nagi-Harada-Erkran­kung einschlossen.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te die Ergeb­nis­se des Schir­mer-Tests, der Tränen­film­auf­riss­zeit (TBUT) sowie des Ocular-Surface-Dise­a­se-Index (OSDI)-Fragebogens bei Pati­en­ten mit Viti­li­go im Vergleich zu Kontroll­per­so­nen fest. Nach­fol­gend evalu­ier­te die Studi­en­grup­pe mithil­fe der Quali­täts­be­wer­tung auf der Newcast­le-Ottawa-Skala (NOS) für Fall-Kontroll-Studi­en das Verzer­rungs­po­ten­zi­al der ausge­wähl­ten Studien.

Die Forscher ermit­tel­ten 16 geeig­ne­te Fall-Kontroll-Studi­en. Darin stell­ten sie fest, dass Pati­en­ten mit Viti­li­go im Vergleich zu den Kontroll­per­so­nen signi­fi­kant nied­ri­ge­re Werte im Schir­mer-Test (mitt­le­re Abwei­chung [MD] ‑1,65 mm; 95%-KI ‑2,81 bis ‑0,49), eine kürze­re TBUT (MD ‑4,66 sec; 95%-KI ‑7,05 bis ‑2,26), höhere Werte im OSDI-Frage­bo­gen (MD 18,02; 95%-KI 5,7–30,35) sowie eine gerin­ge­re Dicke der subfovea­len Ader­haut (MD ‑53,10 µm; 95%-KI ‑69,84 bis ‑36,36) aufwiesen.

Demge­gen­über konsta­tier­ten die Forschen­den, dass keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de im Hinblick auf die Präva­lenz für Glau­kom oder auf die Höhe des Augen­in­nen­dru­ckes zwischen den Grup­pen nach­weis­bar waren.

Die Autoren empfeh­len abschlie­ßend, aufgrund der mögli­chen okulä­ren Komor­bi­di­tä­ten bei Pati­en­ten mit Viti­li­go einen inter­dis­zi­pli­nä­ren Austausch zwischen Derma­to­lo­gen und Ophthalmologen.

(tt)

Autoren: Ma SH et al.
Korrespondenz: Po-Chien Wu; pochienwu5@gmail.com
Studie: Ocular Abnormalities in Patients with Vitiligo: A Systematic Review and Meta-Analysis
Quelle: Dermatology 2022; Apr 4:1-10.
Web: dx.doi.org/10.1159/000522601

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