Okklu­si­ve reti­na­le Vaskulitis

Immunmodulatoren können zu einer dauerhaften Remission führen

16. April 2021

WALTHAM (Bier­mann) — Eine okklu­si­ve reti­na­le Vasku­li­tis (ORV) kann durch ein brei­tes Spek­trum an entzünd­li­chen System­er­kran­kun­gen hervor­ge­ru­fen werden. US-ameri­ka­ni­sche Wissen­schaft­ler haben nun in einer aktu­el­len Studie gezeigt, dass die aggres­si­ve immun­mo­du­la­to­ri­sche Thera­pie (IMT) bei nicht infek­tiö­ser ORV zu einer Corti­cos­te­ro­id-freien, dauer­haf­ten Remis­si­on führen kann.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 52 Pati­en­ten (69 Augen) mit ORV und einer Nach­un­ter­su­chungs­zeit von ≥6 Mona­ten in die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te zwischen 2006 und 2017 demo­gra­fi­sche Daten, Augen­be­fun­de, best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA), Befun­de der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie, Thera­pie­sche­ma­ta sowie Ergeb­nis­se aus der Daten­bank der Massa­chu­setts Eye Rese­arch and Surge­ry Insti­tu­ti­on, Walt­ham (Massa­chu­setts; USA).

Mithil­fe der multi­va­ria­ten logis­ti­schen Regres­si­ons­me­tho­de analy­sier­te die Studi­en­grup­pe Fakto­ren, die – unab­hän­gig vonein­an­der –  ein schlech­tes Visus­er­geb­nis vorhersagten.

Bei 42 Pati­en­ten ermit­tel­ten die Exper­ten eine nicht infek­tiö­se Ursa­che der ORV, bei 9 Pati­en­ten bestand ursäch­lich eine Infek­ti­on und in 1 Fall zeigte sich eine Masquerade-Uveitis.

Zu den diagnos­ti­zier­ten inflamma­to­ri­schen System­er­kran­kun­gen zähl­ten: die nekro­ti­sie­ren­de Vasku­li­tis, die Sarko­ido­se, die Multi­ple Skle­ro­se, der Lupus erythe­ma­to­des sowie der Morbus Behçet.

Mit IMT wurden 40 von den 42 Pati­en­ten mit nicht infek­tiö­ser ORV behan­delt und bei 35 Pati­en­ten (87,5%) konnte eine Corti­cos­te­ro­id-freie Remis­si­on erreicht werden.

Ebenso fanden die Forscher eine signi­fi­kan­te Verbes­se­rung der BCVA von 0,66±0,11 LogMar zu Thera­pie­be­ginn auf 0,37±0,07 LogMar bei der letz­ten Nach­kon­trol­le (p=0,001).

Mittels der multi­va­ria­ten Analy­se stell­ten die Autoren fest, dass eine bereits bei Erst­vor­stel­lung vorhan­de­ne Opti­ku­satro­phie, eine Maku­lai­schä­mie oder eine schlech­te BCVA – unab­hän­gig vonein­an­der – ein schlech­tes Visus­er­geb­nis anzeigten.

(tt)

Autoren: Lin M et al.
Korrespondenz: Stephen Foster; sfoster@mersi.com
Studie: Clinical features, visual outcome, and poor prognostic factors in occlusive retinal vasculitis. Quelle: Can J Ophthalmol 2021; Apr 7;S0008-4182(21)00091-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.jcjo.2021.03.001

 

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.