Offen­win­kel­glau­kom und XEN-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on im Vergleich

Tiefe Sklerektomie ist wirksamer mit sich entsprechendem Sicherheitsprofil

19. September 2022

PARIS (Bier­mann) – Eine nicht­pe­ne­trie­ren­de tiefe Sklerek­to­mie (NPDS) stellt bei Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom (OWG) einen wirk­sa­me­ren glau­kom­chir­ur­gi­schen Eingriff mit einem persis­ten­te­ren Thera­pie­er­folg als eine XEN-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on dar, während sich beide Verfah­ren in Bezug auf das Sicher­heits­pro­fil nahezu entspre­chen. Zu dieser Schluss­fol­ge­rung kommen die Verfas­ser einer neuen Veröffentlichung.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 206 Augen mit OWG, bei denen im Zeit­raum Januar 2017 bis Dezem­ber 2018 in der Augen­kli­nik des Hospi­tal Paris Saint-Joseph (Frank­reich) entwe­der eine NPDS (n=124) oder eine XEN-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on (n=82) erfolg­ten. Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt den chir­ur­gi­schen Erfolg 12 Monate post­ope­ra­tiv fest, den sie defi­nier­te als einen Augen­in­nen­druck (IOD) ≤18 mmHg mit einer IOD-Reduk­ti­on um ≥20% zum Ausgangs­wert ohne (komplet­ter Erfolg) bzw. mit (quali­fi­zier­ter Erfolg) einge­setz­ten Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM).

Die Forscher ermit­tel­ten bei den NPDS-Augen eine komplet­te Erfolgs­ra­te von 42,72% sowie eine quali­fi­zier­te Erfolgs­ra­te von 16,50%, während diese bei den XEN-Augen 28,57% bzw. 20,00% betru­gen. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten mithil­fe von Kaplan-Meier-Über­le­bens­ana­ly­sen für die Schät­zung der Wahr­schein­lich­keit des chir­ur­gi­schen Gesamt­erfol­ges fest, dass die Zeit einer media­nen Erfolgs­wahr­schein­lich­keit in der NPDS-Gruppe 3,73 Jahre und in der XEN-Gruppe 2,38 Jahre anhielt (p<0,0001). Nach Adjus­tie­rung in Bezug auf Stör­va­ria­blen konsta­tier­ten die Glau­kom­spe­zia­lis­ten mittels der Cox-Regres­si­on, dass die NPDS signi­fi­kant stär­ker mit einem chir­ur­gi­schen Erfolg asso­zi­iert war als die XEN-Implan­ta­ti­on (p<0,001). Demge­gen­über unter­schie­den sich beide Inter­ven­tio­nen weder im Hinblick auf die Reduk­ti­on einge­setz­ter AGM noch in der Anzahl an post­ope­ra­ti­ven Need­ling-Inter­ven­tio­nen oder an opera­ti­ven Revisionen.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass prospek­ti­ve rando­mi­sier­te Studi­en erfor­der­lich sind, um das Studi­en­ergeb­nis zu verifizieren.

(tt)

Autoren: Touboul A et al.
Korrespondenz: Arnaud Touboul; arnaud.touboul@gmail.com
Studie: One-year Outcomes of Standalone XEN Gel Stent Versus Non-penetrating Deep Sclerectomy
Quelle: J Glaucoma 2022; Aug 22 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002108

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