Offen­win­kel­glau­kom und XEN-Gel-Implantat

Bei voroperierten und naiven Patienten besteht gutes Wirksamkeitsprofil

25. Oktober 2021

WARSCHAU (Bier­mann) – Die chir­ur­gi­sche Erfolgs­ra­te nach einer XEN-Gel-Stentim­plan­ta­ti­on als Erst­ein­griff unter­schei­det sich nicht von der bei Pati­en­ten mit voran­ge­gan­ge­nen Glau­kom­ope­ra­tio­nen. Ein wieder­hol­ter XEN-Eingriff kann auch für Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­nem Glau­kom von Vorteil sein, die sich zuvor mehre­rer erfolg­lo­ser Glau­kom­ein­grif­fe unter­zo­gen haben. Das geht aus einer aktu­el­len Studie einer polni­schen Arbeits­grup­pe hervor.

Die Wissen­schaft­ler unter­such­ten in ihrer retro­spek­ti­ven Studie 86 Pati­en­ten (86 Augen) mit Glau­kom, davon 43 thera­pi­e­nai­ve (Gruppe 1) und 43 glau­kom­chir­ur­gisch-vorope­rier­te Pati­en­ten (Gruppe 2). Bei allen Pati­en­ten wurde im Zeit­raum Dezem­ber 2014 bis Okto­ber 2019 eine XEN-Implan­ta­ti­on durch­ge­führt. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 24 Monate. Die Studi­en­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te die Verän­de­rung des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD), den korri­gier­ten Fern­vi­sus (CDVA), die Verän­de­rung der Glau­kom-Medi­ka­ti­on, die Häufig­keit von Spalt­lam­pen-Revi­sio­nen (bspw. Sicker­kis­sen-Need­ling) sowie die Häufig­keit von sekun­dä­ren Glau­kom­ein­grif­fen fest.

Die Forscher ermit­tel­ten eine Verrin­ge­rung des mitt­le­ren IOD in Gruppe 1 von präope­ra­tiv 25,00 ± 7,52 mmHg auf 16,83 ± 5,12 mmHg bei Studi­en­en­de und in Gruppe 2 von 25,35 ± 7,81 mmHg auf 17,54 ± 5,34 mmHg. In Gruppe 1 betrug der Abfall des IOD vom Ausgangs­be­fund 29% und in Gruppe 2 27% (p=0,567). Ebenso stell­ten die Exper­ten keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied zwischen den Grup­pen in Bezug auf den Ausgangs­wert, dem Wert bei der Abschluss­un­ter­su­chung oder der Verän­de­rung zwischen präope­ra­ti­vem und fina­lem Wert des IOD fest.

Des Weite­ren fanden die Ophthal­mo­lo­gen heraus, dass die quali­fi­zier­te Erfolgs­ra­te (20% IOD-Senkung oder IOD ≤18 mmHg mit ≤2 Antig­lau­kom­a­to­sa) in Gruppe 1 bei 76,5% und in Gruppe 2 bei 68,7% sowie die voll­stän­di­ge Erfolgs­ra­te (wie quali­fi­zier­te Rate ohne Antig­lau­kom­a­to­sa) in Gruppe 1 bei 15,4% und in Gruppe 2 bei 20,2% lag (p>0,05). Demge­gen­über erreich­ten bei der letz­ten Kontrol­le in Gruppe 1 85,4% der Pati­en­ten einen IOD <18 mmHg vergli­chen mit 62,5% in Gruppe 2 (p=0,03).

(tt)

Autoren: Lewczuk K et al.
Korrespondenz: Katarzyna Lewczuk; klewczuk@gmail.com
Studie: XEN Glaucoma Implant for the Management of Glaucoma in Naïve Patients versus Patients with Previous Glaucoma Surgery
Quelle: J Clin Med 2021; Sep 26;10(19):4417.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10194417

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